12.07.2006

Liberation

Sparen an allen Ecken

Rothschild will Kosten um sechs Mio. Euro senken.

Die Umwälzungen innerhalb der französischen Tageszeitung Liberation halten an. Nach dem Abgang des Liberation-Mitbegründers und langjährigen Chefredakteurs Serge July sucht die neue Geschäftsführung weiter nach Möglichkeiten die linke Tageszeitung aus der Finanzmisere zu holen, für die July von Grossaktionär Edouard de Rothschild verantwortlich gemacht wird. Die Beteiligung des Financiers beläuft sich auf 38,8 Prozent. Rothschild fordert Einsparungen in der Höhe von sechs Mio. Euro. Erfolgreich hat er durchgesetzt, dass die Angestellten, die in der Societe civile des personnels de Liberation (SCPL) organisiert sind, vorübergehend an der Geschäftsführung beteiligt werden. Die SCPL ist zweitgrösster Aktionär und hält 18,6 Prozent der Liberation-Anteile.

Ein Komitee wurde gegründet um Interimsgeschäftsführer Vittorio de Filippis und Generaldirektor Philippe Clerget bei den Einsparungen zu unterstützen. Rothschild, der bereits 20 Mio. Euro investiert hat um das Blatt auf Vordermann zu bringen, peilt nun eine Neufinanzierung an. Bedingung sei aber die Durchsetzung der Sparmaßnahmen, berichtet die Le Monde. Die Verluste betragen seit Anfang dieses Jahres 4,5 Mio. Euro - trotz Stellenabbaus. Die Mitarbeiteranzahl wurde um 55 Angestellte auf 280 reduziert. Mit den derzeitigen Maßnahmen rechnet man mit einer Kostenreduktion von bis zu 1,5 Mio. Euro.


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