22.01.2023

200 Franken sind genug

SRG-Generaldirektor warnt vor Initiative

Gilles Marchand hat den Kampf gegen die Volksinitiative zur Halbierung der Rundfunkgebühren eröffnet. Sollte sie angenommen werden, würden sich Fläche und Budget der SRG halbieren.
200 Franken sind genug: SRG-Generaldirektor warnt vor Initiative
Wehrt sich gegen eine Senkung der Serafe-Gebühren: SRG-Generaldirektor Gilles Marchand, hier an der Elefantenrunde des SwissMediaForums von 2022. (Bild: SMF/Joel Koch)

«Es würde auch sehr bedeutende Arbeitsplatzverluste geben», sagte Gilles Marchand, Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung Le Temps vom Samstag. Der Text des von Bürgerlichen lancierten Volksbegehrens sei zwar weniger radikal als die 2018 deutlich abgelehnte «No Billag»-Initiative, erweise sich aber dennoch als «brutal und radikal».

Bei einem Ja würde sich das Budget der SRG halbieren, nämlich auf 700 bis 750 Millionen Franken, sagte Marchand. Das würde bedeutet, dass die SRG einen ihrer beiden Westschweizer Standorte in Genf und Lausanne opfern müsste. Programme, insbesondere Sport-, Musik- und Spielfilmsendungen, müssten stark eingeschränkt werden.

Die im vergangenen Jahr von der SVP, dem Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) und der Jungen FDP lancierte Initiative will die Serafe-Gebühren für Radio und Fernsehen von 335 auf 200 Franken pro Jahr senken (persoenlich.com berichtete). Neben der Senkung der geräteunabhängigen Gebühren für die Haushalte verlangen die Initianten eine Befreiung der Firmen von den Abgaben. Bei der Verteilung der Gebührengelder soll der Anteil der privaten Radio- und Fernsehsender gleich hoch bleiben.

Die Initianten sind der Meinung, dass die «Zwangsgebühr» von Privathaushalten und Unternehmen zugunsten SRG den Medienkonsum in der Schweiz längst nicht mehr abbilde. Zudem dringe die SRG in Märkte vor, die nicht direkt unter ihre Konzession fielen. Sie betreibe Radiosender in direkter Konkurrenz zu privaten Anbietern, produziere Sendungen ausserhalb des Service public und weite das Onlineangebot ständig aus. (sda/cbe)



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Kommentare

  • Christine Daborn, 24.01.2023 10:08 Uhr
    Wie wäre es, wenn die SRG-Oberen einfach ihre exotbitanten Löhne kürzen würden? Dann ging alles wie gewohnt weiter. Streichen könnte man auch diverse unnötige und links-tendenziöse Sendungen wie Club, Rundschau oder seichte Gefässe wie Mona Vetsch etc.. Weniger ist meistens mehr.
  • Anton Fischer, 23.01.2023 17:21 Uhr
    Nur ein JA, ist ein zustimmendes JA..... Mit was für einer Unmenge an Werbung sich die Zuschauer und die Radio-Hörer stündlich aussetzen müssen und dafür noch bezahlen ist einfach des Guten zu viel. "Das ist Radio DRS 3", "Das ist Radio DRS 3", "Das ist Radio DRS 3" muss ich stündlich 100 x anhören. Würde diese Eigenwerbung kostenpflichtig, gäbe es vielleicht eine leichte Besserung. Wären es die Programme den sehr hohen Gebühren-Tarif inhaltlich wert, würde man toleranter reagieren. Jetzt wird wieder mit Programm-Abbau z.B. SPORT-Sendungen gedroht, im Falle die Halbierung der Gebühren zustande kommen. Bereits kurz nach letzten Abstimmung war dies der Fall, jetzt muss man gute Sport-Machen über andere Kanäle teuer erstehen. Damals wurde dies nicht sauber und offen vor der Abstimmung kommuniziert.
  • Raphael Weber, 22.01.2023 19:03 Uhr
    Ein Zuschauer warnt, überhebliche Mutmassungen und leere Versprechungen wie im Umfeld der letzten Gebührenabstimmung (wie z.B. Verzicht auf Werbeunterbrechungen https://www.persoenlich.com/medien/tv-sender-zeigen-wieder-unterbrecherwerbung oder Beibehalt beliebter Sendungen https://www.persoenlich.com/medien/marchand-will-weniger-samstagabendshows , Ausbau von Kultur https://www.persoenlich.com/medien/srg-verteidigt-den-kultur-sparkurs oder Beibehalt des Radiostudios https://www.persoenlich.com/medien/srf-4-news-und-nachrichten-bald-aus-zurich ) führen möglicherweise zu einer zurecht angenommenen 2. Initiative! Ein kompletter WERBEVERZICHT auf SÄMTLICHEN GEBÜHRENFINANZIERTEN SENDERN könnte die Trendwende bringen (um dies auch mal in der Angstrhetorik zu kommentieren).

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