22.12.2020

SRG

TV-Sender zeigen wieder Unterbrecherwerbung

SRF, RTS und RSI unterbrechen während der Primetime wieder Filme, um Werbung zu zeigen. Der Verzicht auf solche Einnahmen sei während der aktuellen finanziellen Situation nicht mehr tragbar, heisst es bei der SRG.
SRG: TV-Sender zeigen wieder Unterbrecherwerbung
Nach 20 Monaten zurück: Unterbrecherwerbung auf den SRG-Sendern. (Bild: Screenshot)

Die SRG hat die sogenannte Unterbrecherwerbung im linearen Fernsehprogramm wieder eingeführt. Seit dem 1. Januar 2019 gab es diese bei Primetime-Filmen nicht mehr (persoenlich.com berichtete). SRG-Generaldirektor Gilles Marchand kündigte den Verzicht im März 2018 unmittelbar nach der Ablehnung der No-Billag-Initiative an.

«Die SRG hat den freiwilligen Verzicht auf die Unterbrechung von Filmen und Serien in der Hauptsendezeit wieder aufgehoben», bestätigte SRG-Sprecher Edi Estermann gegenüber den CH-Media-Zeitungen. Seit September würden auch in der Hauptsendezeit wieder Filme und Serien mit einer Dauer von mindestens 90 Minuten unterbrochen – eine Ausnahme seien Schweizer Filme.

In der aktuellen finanziellen Situation der SRG sei der Verzicht auf Unterbrecherwerbung nicht mehr tragbar, so Estermann. Es komme hinzu, dass durch die Veränderung des Nutzungsverhaltens viele Zuschauende die Werbeblöcke im Replay-TV überspulen würden. Laut den CH-Media-Zeitungen erhofft sich die SRG so Einnahmen von über fünf Millionen Franken pro Jahr. (cbe)


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KOMMENTARE

Hanspeter Ehrensperger
24.12.2020 17:30 Uhr
Klingt einfach, ist aber machbar: Tarife für Werbespots massiv erhöhen. Dann werden national vor allem grosse Anbieter TV-Werbung buchen. Die Kleinen können bei den Lokal-TV-Stationen ihre Werbesekunden buchen. Nebenbei: So müssen wir die scheussliche TV-Werbung von Bettwäscheanbieter Fischer auf SRF nicht mehr "konsumieren".
Martin Diriwächter
23.12.2020 09:50 Uhr
Es ist schon krass, wie jetzt alle schreien, SRF habe ein No-Billag-Versprechen gebrochen, gleichzeitig aber verschweigen, wie viel SRF den No-Billag Befürwortern seither, trotz gewonnener Abstimmung entgegengekommen ist. Dass auch Leute wie Herr Rothschild bei der Kampagne mitmachen finde ich äusserst bedenklich. Warum hinterfragt bei der Sache eigentlich niemand die Rolle von CH-Media? CH-Media hat mit all seinen Zeitungen, TV-Stationen und Radiostationen ein grosses Interessen SRF schlecht zu reden, ist sie doch der grösste Private Radio- und Fernsehveranstalter. Und niemand hinterfragt diesen «Filz» innerhalb von CH-Media. Beim Artikel auf LZ/AZ-Online wird das Werbevolumen von SRF, mit jenem von Privat-TV verglichen. Es ist bezeichnend, dass dabei nicht der Sender CH-Media herhalten muss, sondern Sat 1. Sendet3 Plus doch viel mehr Werbung als Sat 1 (5 bis 6 Unterbrechungen pro Film!). Dass die CH-Media Zeitungen diesen direkten Vergleich nicht ziehen will, weil ja dann der eigene Sender schlecht dastehen könnte, ist sehr entlarvend.
Andi Neukomm
23.12.2020 08:38 Uhr
Viele Unternehmen wären in diesen schwierigen Zeiten froh, etwas mehr Umsatz generieren zu können. Sei es nur, um den einen oder anderen Arbeitsplatz erhalten zu können. @Victor Brunner: Es tut mir wahnsinnig leid für Sie, dass 10 vor 10 mit 2 oder sogar 3 Minuten Verspätung beginnt. Es ist das Grundrecht jeder Schweizerin, jedes Schweizer, dass in diesem Land jedes Tram, jeder Bus und jeder Zug pünktlich zu fahren hat. Und so soll es auch mit Sendungen von SRF sein. Und natürlich, @Victor Brunner, hätte SRF zwingend über den Umstand der Unterbrecherwerbung mit einer mindestens 3-wöchigen TV-Kampagne informieren müssen. Weil es die Zwangsgebühren ZahlerInnen sonst nicht bemerkt hätten. Ausser Ihnen natürlich. Wie wäre es mit etwas mehr Gelassenheit und etwas weniger Wutbürgertum wegen 2 oder 3 Minuten? Fröhliche Weihnachten. Ganz ohne Ausrufezeichen.
ChristianBlatter
22.12.2020 20:44 Uhr
Die Unterbrechungen sind einfach nur lästig. Der entscheidende Punkt ist ein ganz anderer: Die Werber entscheiden, welche Filme in der Prime Time gesendet werden. Auch SRF bringt hie und da gute Filme. Sie beginnen 23.55 Uhr.
Pierre Rothschild
22.12.2020 17:32 Uhr
Oeffentlich-rechtliche Sender in Europa haben meistens nach 20 Uhr keine Werbung mehr. Und die Spielfilme, die SRF zeigt, werden nicht nur unterbrochen, sondern am Ende ausgeblendet. Da viele Filme im Vorspann nur noch Titel und die Stars nennen, auch das nicht immer, liest man den Nachspann gerne. Der ist in den Leutschenbach geflogen. Die nächste Abstimmung kann die SRG aus vielen Gründen kaum mehr gewinnen.
Victor Brunner
22.12.2020 13:54 Uhr
Vor der NoBillag-Abstimmung wurde versprochen am Abend auf Unterbrecherwerbung zu verzichten. Heute, was interessiert uns das Geschwätz von 2018, wir unterbrechen wieder. Verspechen können gebrochen werden und die ZwangsgebührenzahlerInnen haben eh nichts zu sagen. Dafür kommt dann "10 vor 10" um "8 vor 10" oder "7 vor 10". Eine neue Abstimmung NoSerafe wäre angebracht! Insbesondere da SRF es nicht nötig findet die Zwangskunden zu informieren.
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