27.04.2006

MTV

Streit um "Popetown" wird zum Politikum

Musiksender strahlt vorerst nur eine Folge aus.

Die erste und vorerst einzige Folge der Serie laufe am 3. Mai um 21.30 Uhr, teilte MTV Networks mit. Danach solle es eine Diskussion über das Format geben. MTV werde die Reaktionen berücksichtigen und dann entscheiden, ob weitere Episoden ausgestrahlt werden. MTV ruft das Publikum auf, sich während und nach der Sendung online und per Telefon an der Diskussion zu beteiligen. Die Zuschauer sollen sich zu dem Format äussern "über das zwar viel gesprochen wird, das aber noch nicht viele gesehen haben", wie Spiegel Online schreibt.

Die von der Erzdiözese München geforderte Unterlassungsverpflichtungserklärung ist jedoch laut Spiegel Online nach "eingehender Prüfung" nicht unterzeichnet worden. Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) hatte zuvor bekannt gegeben, dass sie keine Gründe für ein Ausstrahlungsverbot sehe. Von den drei vom Sender eingereichten synchronisierten Folgen habe der Kontrollausschuss eine für das Nachmittagsprogramm und zwei für das Abendprogramm ab 20.00 Uhr freigegeben, sagte FSF-Geschäftsführer Joachim von Gottberg gegenüber Spiegel Online.

Die FSF sah keine thematischen Bezüge zu realen Vorgängen in der Kirche. Das Gremium wolle aber verhindern, dass Kinder unter zwölf Jahren womöglich den ironischen Charakter der Sendung nicht erkennen. Darum hat es zwei Folgen nur zur Ausstrahlung nach 20 Uhr freigegeben. Gottberg betonte im Gespräch mit Spiegel Online, er könne verstehen, dass sich Menschen durch die Sendung in ihren religiösen Gefühlen verletzt sähen. Der Streit gehöre aber zum gesellschaftlichen Diskurs.


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