«Der Arbeitsdruck hat enorm zugenommen. Meines Erachtens ist es teilweise unverantwortlich, wie die Leute produzieren müssen», sagt Sylvia Egli von Matt, abtretende Direktorin der Journalistenschule MAZ (persoenlich.com berichtete) im Interview mit der NZZ.
Die 61-Jährige schildert, dass sie zunehmend auf «müde Studenten» stosse, da diese dem Druck nicht mehr standhalten können. Unverantwortlich sei es primär im Bezug auf die Qualität, aber auch im Hinblick auf die Ausbeutung der Arbeitskräfte. Die Studenten wollten zwar gute Arbeit leisten, beuten sich aber unter dem steigenden Zeitdruck zunehmend selber aus. Bei den regelmässigen Treffen mit den Redaktionen werden diese Probleme auch geschildert, sagt Egli von Matt weiter. Diese bestreiten nichts, würden aber immer wieder auf das fehlende Geld und die schwierigen Rahmenbedingungen verweisen.
Multimediale Kompetenz als Voraussetzung
Der Wandel ins Multimedia-Zeitalter setze andere Fähigkeiten voraus. Heute müsse ein junger Journalist multimediale Kompetenzen aufweisen. Er müsse zwar nicht alles können, sollte aber wissen wie es funktioniert, wo welche Kompetenzen nötig sind und zumindest mit den neuen Medien recherchieren können, erläutert sie gegenüber der NZZ. Deshalb prüfe die Journalistenschule bei den Abschlussarbeiten auch die bimedialen Fähigkeiten der Studierenden (z.B. Print und Online oder Radio und Online).
Welches sind die Traumjobs der nachwachsenden Journalisten-Generation? «80 bis 90 Prozent wollen bei einer Tageszeitung arbeiten», erläutert Egli von Matt. Diese Wünsche erstaunen sie, da die wenigsten Studenten eine Bezahlzeitung abonniert hätten und sich insgesamt doch eher mit der Lektüre von 20 Minuten begnügen würden. Angst um fehlenden Nachwuchs muss man sich nicht machen. Laut der MAZ-Direktorin haben Junge mit Engagement und dem Willen etwas Aussergewöhnliches zu leisten, gute Chancen im Journalismus Fuss zu fassen. (ml)
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