17.10.2006

Teleclub und Cablecom beschliessen Zusammenarbeit

Der Bezahlsender Teleclub und die Kabelnetzbetreiberin Cablecom haben sich nach jahrelangen Querelen auf eine gemeinsame Vermarktung und Verbreitung des digitalen Pay-TV-Angebots geeinigt. Teleclub-Kunden können ab Juni 2007 auch über Cablecom das digitale Pay-TV-Angebot uneingeschränkt sehen. Dies teilten die beiden Unternehmen am Dienstag mit. Pikant: Teleclub gehört zur Kino- und Pay-TV-Gruppe CT Cinetrade. Diese gehört zu 49 Prozent der Swisscom, die sich mit der Cablecom einen erbitterten Konkurrenzkampf liefert.
Teleclub und Cablecom beschliessen Zusammenarbeit

Die Einigung zieht einen Schlussstrich unter die Differenzen der beiden Unternehmen über die Verbreitung des kostenpflichtigen Teleclub-Angebotes. "Die Gespräche zwischen Teleclub und Cablecom waren sehr konstruktiv und geprägt von grossem gegenseitigem Vertrauen", sagt Cablecom-Sprecher Stephan Howeg gegenüber "persoenlich.com". Sein Unternehmen hatte nach einem längeren Rechtstreit im Dezember 2002 Cablecom in die Aufschaltung der Teleclub-Programme eingewilligt.

Teleclub-Kunden konnten allerdings nur ein eingeschränktes Angebot auf den Kabelnetzen der Cablecom über eine Teleclub Set-Top-Box empfangen. Diese Beschränkung wird ab sofort aufgehoben. "Der Konsument erhält dank der Zusammenarbeit erstmals die Möglichkeit, die Angebote von Teleclub und Cablecom zu nutzen, ohne dass er mehrere Packages kaufen muss", betont Howeg. Teleclub sendet auf seinen 17 Kanälen Spielfilm-, Kinder- und Dokumentarprogramme sowie zahlreiche Spartenkanäle und Sportprogramme. Dank den Inhalten von Teleclub erhofft sich Cablecom, seinen Marktanteil im Digital-TV-Bereich zu vergrössern.

Ab Sommer 2007 benötigen Cablecom-Kunden für den Empfang nur noch eine einzige Set-Top-Box. Teleclub-Kunden können über ihr bestehendes Gerät künftig alle 17 Kanäle abonnieren. Diese Boxen sorgen wegen ihres Preises seit längerem für Diskussionen. Nach Ansicht des Preisüberwachers sind die Tarife von Cablecom zu hoch. Um digitales Fernsehen zu empfangen, müssen die Cablecom-Kunden ein Umwandlungsgerät von Cablecom kaufen. Der Kaufpreis der Set-Top-Box beträgt 495 Franken, in Miete fallen in den ersten sechs Monaten 15 Fr. und anschliessend 25 Fr. an.

"Mit diesen Preisen sind wir nicht einverstanden", bekräftigte Preisüberwacher Rudolf Strahm Ende September gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. In der EU kosteten solche Boxen 50 bis 80 Euro. Allerdings besteht hier anders als beim Schweizer Marktführer Wettbewerb: Cablecom verschlüsselt ihr Digitalangebot, damit nur ihre eigenen Geräte eingesetzt werden können. Bei anderen Schweizer Netzbetreibern können die Kundinnen und Kunden laut Strahm hingegen unverschlüsselte Set-Top-Boxen im Laden kaufen und benutzen. Deshalb fordert der Preisüberwacher, dass Cablecom entweder den Schlüssel mit allen Herstellern teilt, oder die Preise für die Geräte massiv senkt.


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