21.03.2006

Telecontrol

Test von neuen Messuhren in Zypern

USA in Hörerforschung unterentwickelt.

Die grösste Radiosendergruppe der USA, Clear Channel, wird in den nächsten Monaten ein neues Messgerät, das das Hörerverhalten erfasst, testen. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, könnte dies das Monopol des Medienforschungsunternehmens Arbitron zum Wackeln bringen. Die neue Methode basiert auf einem von The Media Audit entwickelten Gerät, das in Mobiltelefonen eingebaut werden kann. Im digitalen Zeitalter wird der Grossteil der Informationen über das Radiohörverhalten in den USA noch durch sehr veraltete und unpräzise Methoden bezogen. Testpersonen führen Tagebücher, die sie dem Monopolisten Arbitron vorlegen.

Arbitron arbeitet jedoch auch an neuen Methoden. Das "People Meter" wird schon mehrere Jahre getestet, heisst es im WSJ. In Europa ist man den US-Amerikanern in der Radio- und Fernsehforschung dennoch weit voraus. Der CEO der schweizerischen Telecontrol Group, Matthias Steinmann, hat schon 1982 ein dem People Meter vergleichbares Gerät entwickelt und in der Schweiz und Deutschland auf den Markt gebracht.

Derzeitig misst dieses Telecontrol-Meter in über 11 Ländern das TV-Nutzungsverhalten. 1992 folgte die Entwicklung eines tragbaren Meters, der Radiocontrol-Uhr, namens Mediawatch, die seit 2000 in der Schweiz das Radiohör- und Fernsehverhalten misst. Mit diesem tragbaren Metersystem in Form einer Uhr wurden weltweit mehr als 30 Studien durchgeführt.

Heute, Dienstag, wird in Zypern eine permanente Studie mit der dritten Generation Mediawatch, die von der Telecontrol Group entwickelt wurde, angekündigt. Mit diesen neuen Geräten kann neben dem Radio- und TV-Verhalten auch das Konsum- und Leseverhalten sowie des Beachten von Outdoor-Werbung umfassender und genauer erfasst werden.

"Die Uhr erfasst ob der Träger in ein McDonald's-Restaurant, ins Kino oder an einem Plakat vorbei geht und sie kann sowohl das Surf- als auch Leserverhalten von Printmedien genauer und billiger als mit den bisherigen Methoden erfassen", so Steinmann im Gespräch mit pressetext. Diese Funktionen seien aber teilweise noch nicht alle bis ins Detail ausgereift, denn zur Erfassung der Frequentierung von Plakaten, müssten diese mit Chips ausgestattet, die Signale an die Messuhr aussenden, sagte Steinmann weiter.


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