21.07.2019

Umstellung auf DAB+

UKW-Abschalttermin hängt von Einigkeit der Branche ab

Roger Schawinski will seinen Sender Radio 1 möglicherweise auf UKW weiterlaufen lassen. Das gefährde die von der SRG forcierte Umstellung auf das moderne DAB+-Format, schreibt die «Sonntagszeitung».
Umstellung auf DAB+: UKW-Abschalttermin hängt von Einigkeit der Branche ab
Die Umstellung von UKW auf DAB+ betrifft auch Autofahrer, die mit älteren Modellen unterwegs sind. Sie müssen umrüsten. (Bild: Pixabay)

Möglicherweise ist Roger Schawinskis Radio1 in einigen Jahren der einzige Schweizer Sender, den man noch mit UKW-Radios empfangen kann. Denn die SRG und die anderen Privatradios sollen auf einen noch genau festzulegenden Termin hin ihre UKW-Sender abschalten und künftig nur im modernen DAB+-Format senden (persoenlich.com berichtete). Doch Schawinski – ein fundamentaler Gegner der UKW-Abschaltung – antwortet auf die Frage der «Sonntagszeitung», ob er sich an den offiziellen Abschalttermin halten wird: «Das werde ich später entscheiden». Der Radiopionier hatte bereits früher die DAB+-Umstellung kritisiert (https://www.persoenlich.com/blog/dab). Das Weiterlaufen lassen wäre laut SoZ eine Provokation in der Radiobranche und für die SRG ein Problem. Wenn ein grösserer Privatsender beim Abschalttermin nicht mitmache, könne sich die SRG kaum erlauben, ihre UKW-Sender abzustellen.

Für die SRG kommt eine Vorverlegung der Abschaltung nur in Frage, wenn es eine Branchenlösung gibt. Einen Alleingang der SRG wird es nicht geben, wie SRG-Sprecher Edi Estermann in einem anderen Artikel über UKW vor einer Woche in der SoZ sagte (persoenlich.com berichtete). Laut Estermann ist die SRG jedoch «offen» für eine vorzeitige Lösung.

Laut SoZ liegt ein wichtiger Grund für eine gemeinsame Lösung in der Gefahr, dass die SRG dann Hunderttausende UKW-Hörer an jenes Privatradio verliert, das sich weiterhin mit UKW-Radios empfangen lässt. Dabei sei eine möglichst frühzeitige Abschaltung von UKW für die SRG wichtig. Denn sie betreibe derzeit mit den alten UKW-Sendern und dem neuen DAB+ parallel zwei teure Sendesysteme. Die Doppelspurigkeit koste die SRG jährlich mindestens 15 Millionen Franken. Bis heute hören 56 Prozent der Schweizer zumindest teilweise Radio über UKW. (pd/eh)

 

 



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

  • Victor Brunner, 21.07.2019 16:00 Uhr
    "modernen DAB+-Format?". Das DAB Format ist nicht besser als UKW, bei anspruchsvoller Musik, Klassik, schlechter. Schawi soll weiterhin auf UKW senden und mithilfe ausländischer Sender die 56% Hörer bedienen die Qualität "modern" vorziehen!
  • Giuseppe Scaglione , 21.07.2019 18:20 Uhr
    Der Bund sollte per sofort aufhören, die DAB-Verbreitung zu subventionieren. Dann dürfte es mit der Umstellung von UKW auf DAB schnell gehen, da die Finanzierung beider Verbreitungswege für die Radios zu teuer ist. Ohnehin ist es ein Unding, dass sich der Staat von mehreren möglichen digitalen Verbreitungswegen nur DAB+ herauspickt und subventioniert. Genauso könnte man ja auch Internet/Streaming subventionieren. Oder eben gar nichts. Auch andere Branchen müssen den Sprung in die digitale Zukunft alleine schaffen. Noch etwas: Wenn UKW tatsächlich noch länger betrieben werden sollte, dann müssen die Frequenzen/Konzessionen (die zuletzt im Jahr 2008 vergeben wurden) neu ausgeschrieben werden. Das dürfte dann lustig bzw. für gewisse Anbieter vielleicht weniger lustig werden...
  • Jean-Pierre Wüthrich, 21.07.2019 18:55 Uhr
    Seit Abschaltung der Mittelwelle per 28.12.2008, der Landessender Beromünster, der ja über die Mittelwelle 531 die SRF Musikwelle verbreitet hatte, stellte ich auf DAB-/DAB+-Autoradio oder DAB+-Nachrüstung um, um meinen Lieblingssender weiterhin in Oldtimer/Youngtimer etc. und der Klang ist viel besser als auf der Mittelwelle. Es kommt im Auto auf auf die Lautsprecher und natürlich das DAB+-Autoradio, das man ab Werk bestellen kann oder sogar serienmässig drin ist.
  • Max Röthlisberger, 21.07.2019 21:01 Uhr
    Wenn ich in meinen Fahrzeugen Investitionen tätigen muss, um weiterhin Sendungen für Kinder und Kiffer ( nicht dass ich etwas gegen Kinder oder Kiffer hätte ) empfangen zu können, lasse ich es eben. Der ganze "Zwangsspassismus" geht mir eh schon eine Weile auf den Wecker !
  • René Tobler, 22.07.2019 10:39 Uhr
    ACHTUNG IRONIE; Ich bin dafür das man offiziel UKW abschaltet und auf DAB wechselt. Dann wird die Schweiz zur UKW freien Zone und die ganzen Ausländischen Sender können sich dann frei ausbreiten die wenigen Radiowerbung Kunden absahnen und wie im TV Bereich die Schweizer Medien kaputt machen. Roger könnte ja wieder auf den Pizza Groppera gehen und den alten Sender hochfahren und in der Schweiz gäbe es vielleicht wieder ein paar "coole" Priatenradios, die man ja nicht unbedingt aufspüren und schliessen müsste.
  • Jean-Pierre Wüthrich, 22.07.2019 11:37 Uhr
    Auf alle Fälle gehört UKW abgestellt. DAB+ ist die Zukunft. Mit DAB+ kann Geld gespart werden. Mehr Sender. Etc.
  • Robert Weingart , 22.07.2019 14:39 Uhr
    DAB-Zwänglerei. Eine Technologie, die in einigen wenigen Jahren vielleicht schon wieder überholt sein wird.
  • Oliver Bach, 23.07.2019 20:41 Uhr
    Ich bin auch dafür das man UKW abschaltet. Ich habe nämlich schon alles auf DAB+ umgerüstet, Zuhause und im Auto. SRF Radio soll nur ihre UKW Sender ausschalten. Die anderen werden dann sowieso nach ziehen. Und was die anderen Sender machen sollte egal sein. Und jeder Sender hat sein eigener Stiel, und das ist gut so. Es sind sowieso schon alle Sender auf DAB+ aufgeschaltet. Was soll's.
  • Christoph Schwegler, 26.07.2019 19:11 Uhr
    DAB+ soll die Zukunft sein? Schon mal was vom Internet gehört?!
  • Sepp Huber, 03.08.2019 04:02 Uhr
    Eine unsägliche Zwängerei mit DAB und DAB+! Ich verstehe nicht, warum sich die keine Partei mit diesem Zwang befasst. Millionen! funktionierender Geräte werden zwangsweise zu Elektroschrott und müssen auf eigene Rechnung gegen Geräte ausgetauscht werden, die mehr Energie im Empfang als UKW-Geräte brauchen, keineswegs zukunftssicher sind und erst moch grenzwertig zu bedienen sind. Immerhin hört noch immer eine Mehrheit aller Bewohner Radio über UKW. Die Politiker interessiert das auch im Wahljahr nicht!!! Mich werden die SRG so oder so als Hörer bei einer allfälligen UKW Abschaltung verlieren: Höre ich eben ausländische UKW Sender oder Schawinski. Ich will dann aber definitiv mich nicht mehr an Empfangsgebühren beteiligen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20191209

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.