01.12.2014

Radio

UKW-Empfang soll ab 2020 Geschichte sein

Arbeitsgruppe "DigiMig" formuliert Empfehlungen zum Umstieg auf DAB+.

Geht es nach der Radiobranche, sollen in der Schweiz ab dem Jahr 2020 Radioprogramme nur noch digital und hauptsächlich über DAB+ verbreitet werden. Vier Jahre später will sie die analoge Verbreitung via UKW einstellen. Dafür braucht sie die finanzielle Unterstützung des Bundes.

Vertreter der SRG und der privaten Radiostationen haben am Montag Bundesrätin Doris Leuthard einen entsprechenden Fahrplan mit Massnahmen überreicht, wie das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) und die Radiobranche mitteilten. Der Bericht wurde von der Arbeitsgruppe Digitale Migration (AG DigiMig) erarbeitet und basiert auf der 2006 vom Bundesrat formulierten Strategie für die zukünftige Radioverbreitung in der Schweiz.

"Wenn Radio in der zunehmend digitalisierten Welt Bestand haben will, muss es den Wandel hin zu einer integrierten Kommunikation vollziehen", schreibt die Arbeitsgruppe in ihrem Bericht. Bleibe die digitale Migration aus, "werden andere Dienste, wie beispielsweise solche aus dem Internet, die Funktion des Mediums Radio ersetzen".

Parallele Ausstrahlung
Der Wechsel von analog zu digital soll nach der Vorstellung der Arbeitsgruppe in zwei Schritten erfolgen. Bis Ende 2019 sollen alle UKW-Programme auch digital auf einer DAB+-Plattform verbreitet werden. Der eigentliche Übergang zur digitalen Radioverbreitung soll dann ab 2020 erfolgen. Da das parallel geführte Angebot bis 2019 die Kosten für die Radiomacher erhöht, fordern sie eine finanzielle Unterstützung des Bundes. Das Instrument dafür bietet gemäss der Arbeitsgruppe das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG), das "eine kräftige Technologieförderung" ermöglichen werde. Zusätzlich sollen die Radiohörerinnen und Radiohörer informiert und zum Kauf von DAB+-Radiogeräten motiviert werden.

UKW ade
Dabei soll der Zeitplan für den schrittweisen Ausstieg aus der UKW-Verbreitung bestimmten Kriterien folgen. Als Beispiel nennt die Branche etwa die Höhe der digitalen Radionutzung in den Haushalten. Spätestens 2024 soll der letzte UKW-Sender der Schweiz vom Netz genommen werden.

Die Branche ist überzeugt, dass die Schweiz reif ist für eine digitale Migration. Schon heute könnten über 95 Prozent aller Haushalte Radioprogramme digital empfangen. Rund 70 Programme aller Sprachregionen würden über DAB+-Plattformen verbreitet. Und in den Schweizer Haushalten stünden 1,7 Millionen DAB+-Geräte.

Die Arbeitsgruppe formierte sich 2013 mit dem Ziel, für die Radiobranche eine gemeinsame Strategie für den koordinierten Umstieg der Radioprogramme von UKW auf DAB+ zu entwickeln. Sie setzt sich zusammen aus Vertretern der SRG, des Verbands Schweizer Privatradios (VSP), der Union Romande des Radios Régionales (RRR), der Union der nichtkommerziellen Radios (UNIKOM) und des BAKOM. (sda)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören