Mörgeli hat in der Sendung vom 6. Oktober zum Thema "Die Provokation von Bundesrat Blocher" nach dem Dafürhalten des Ombudsmanns die Grenzen des Zulässigen mindestens in drei seiner Voten überschritten. In einem dieser Fälle -- Mörgeli unterstellte Historiker Georg Kreis, dieser sei froh, dass Historiker ins Gefängnis kämen -- wäre laut Casanova eine Intervention des Moderators "absolut notwendig" gewesen, wie in seinem Antwortschreiben auf der SRG-Plattform mitreden.ch nachzulesen ist. Leuthard hätte dem SVP-Politiker in der Sendung, die Casanova als "zum Teil konfus und chaotisch" bezeichnet, als Schiedsrichter die gelbe, wenn nicht gar die rote Karte zeigen müssen.
Leuthard selbst räumt in einer Stellungnahme zur Beschwerde ein, einige Aussagen Mörgelis seien für ihn "an der Grenze des Akzeptierbaren" gewesen seien. Er habe nicht eingegriffen, weil "die Angegriffenen in der Runde vertreten waren, direkt auf die Angriffe von Herrn Mörgeli reagieren konnten und dies auch taten". Der Moderator vergleicht den Entscheid, ob ein verbaler Angriff noch zu tolerieren sei, mit einem Tatsachenentscheid des Schiedsrichters im Fussball. "Im Nachhinein, mit einer gewissen Distanz, würden vielleicht einzelne meiner Reaktionen anders ausfallen."
Der beschwerdeführende Zuschauer beanstandete überdies den Umstand, dass Mörgeli innerhalb von nur zwei Wochen zweimal in den engeren Ring der Politsendung eingeladen wurde. Einmal zum Thema Minarette und das zweite Mal zu den Äusserungen Bundesrat Blochers in der Türkei zur Antirassimsus-Strafnorm. Bei ihm entstand deshalb der Verdacht, Mörgeli werde von der Redaktion absichtlich häufig eingeladen, da dieser mit seinen "Tiraden und Angriffen" polarisiere und damit die Einschaltquoten in die Höhe treibe. Leuthard erklärte, die zweite Einladung Mörgelis sei unter anderem aufgrund der kurzfristigen Ansetzung der Sendung erfolgt. Casanova hält Leuthards Argumentation für stichhaltig: Er bezeichnet es als richtig, dass die "Arena" ihr Programm aufgrund der Affäre um Bundesrat Blocher umgestellt hat.
Die "Arena"-Redaktion war für die Sendung vom 6. Oktober bereits von FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli stark kritisiert worden, nachdem sie nach Blochers Auftritt in Ankara kurzfristig ihr Programm änderte. Pelli warf der "Arena" an der Delegiertenversammlung der Partei vor, sie falle auf die Provokationen der SVP und von Bundesrat Christoph Blocher herein. Er begründete damit die Weigerung der FDP, an der Sendung teilzunehmen.

