Mehrere Medienorganisationen wollen den Schutz für Journalisten in Konfliktgebieten verbessern. Nach einer zweitägigen Konferenz in Genf forderten sie in einer Schlusserklärung die Regierungen auf, das Völkerrecht einzuhalten.
Journalisten würden bei ihrer Arbeit zunehmend angegriffen, entführt, willkürlich inhaftiert oder getötet, heisst es in der Erklärung die von 13 Organisationen unterzeichnet wurde, darunter von der Internationale Journalistenföderation (IFJ), Reporters sans Frontières (RSF) und von impressum, einer der Schweizer Journalistenorganisationen.
Die Erklärung fordert unabhängige Untersuchungen und ein Ende der Straffreiheit für Täter. Die Unterzeichner wollen den Dialog mit Journalisten, Medien, Regierungen, nichtstaatlichen Organisationen (NGO) und Sicherheitskräften über geeignete Massnahmen zum Schutz von Medienschaffenden fortsetzen.
Ein Expertenkomitee soll geschaffen werden und einen Bericht über praktische und juristische Aspekte für einen besseren Schutz von Journalisten erarbeiten. Der Bericht soll auch die Erarbeitung einer neuen internationalen Konvention und "wenn nötig, eines Emblems für Journalisten" prüfen.
Zur Frage des ursprünglich geplanten Emblems habe es an der Konferenz, an der Vertreter von 40 Organisationen teilnahmen, keine Einigkeit gegeben, sagte der Mitinitant der Presse-Emblem Kampagne (PEC), Blaise Lempen, vor den Medien. Man habe sich darauf geeinigt, die Konsultationen fortzusetzen.
PEC hatte die Konferenz "für den Schutz von Journalisten und die Schaffung eines Presse-Emblems" massgeblich organisiert. Lanciert worden war die Idee eines Emblems von Hedayat Abdelnabi, der diesjährigen Präsidentin der Journalistenorganisation ACANU, deren Mitglieder bei der UNO in Genf akkreditiert sind.
Grosse Rundfunksender und Nachrichtenagenturen, die vor Ort über Konflikte berichten, lehnen ein Emblem ab. "Die Presse-Emblem Kampagne (PEC) ist im besten Fall irrelevant und im schlimmsten Fall gefährlich", erklärten Reuters, Associated Press Television (APTN), BBC, CBS, CNN, ITN und NBC als Reaktion auf die Konferenz.
Das Thema Emblem sei unpraktizierbar und veraltet für die aktuellen Ereignisse. Die Hauptgefahr für Medienschaffende in Konfliktgebieten sei heute der Verlust der früher anerkannten Neutralität der Presse, erklärten die sieben Medien weiter.
Mitarbeiter von Nachrichtenmedien seien wie nie zuvor zur Zielscheibe geworden und würden von der einen oder anderen Seite als Feind angeschaut. Daher sei ein Schutz-Emblem irrelevant.
Ein Emblem vergrössere zudem die Verletzbarkeit jener Journalisten, die nicht so sichtbar identifizierbar sein wollen, genau aus dem Grund, weil sie durch ihre Arbeit gefährdet sind. Rücksichtslose Menschen könnten das als "offene Jagdsaison" betrachten.
Die sieben Medien betonten, dass 75 Prozent der in den vergangenen zehn Jahren getöteten Mitarbeiter von News-Medien absichtlich umgebracht wurden. Und in 94 Prozent der Fälle sei niemand dafür vor Gericht gebracht worden.

