Weil die Schweizerische Post ihre Zustelltarife für Mitgliederzeitungen von Vereinen und Stiftungen erhöht hat, stellen erste Zeitschriften ihr Erscheinen ein oder streichen einige Ausgaben pro Jahr. Das zeigen Recherchen der Schweiz am Sonntag.
Erstens gilt seit 2013 ein einheitliches Preissystem für alle Zeitungen und Zeitschriften. Dadurch stiegen die Posttarife für die Mitgliedschafts- und Stiftungspresse im Schnitt um 6 Prozent. Zusätzlich beschloss die Post eine Erhöhung des Grundpreises pro Exemplar von je 2 Rappen für die Jahre 2014, 2015 und 2016.
Das hat Folgen, wie eine Umfrage zeigt: Infrarot, die Mitgliederzeitung der Juso Schweiz, sah sich wegen der höheren Posttarife gezwungen, die gedruckte Ausgabe einzustellen. Horizonte, das Pfarrblatt der Aargauer Katholiken, wechselt vom wöchentlichen auf einen Vierzehntagerhythmus. Diesen Schritt überlegen sich auch der Schweizerische Bäcker-Confiseurmeister-Verband, die Gewerkschaft Unia und der TCS, der mit Touring eine der grössten Mitgliederzeitschriften der Schweiz herausgibt.
Andere Zeitungen wollen die höheren Tarife auf ihre Leser abwälzen, darunter die Schreiner-Zeitung des Schweizerischen Schreinermeisterverbandes. «Auch andere nicht gewinnorientierte Organisationen werden ähnliche Schritte unternehmen», sagt Felix Wirz, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Mitgliederpresse. «Die ganze Mitglieder- und Stiftungspresse ist betroffen, das sind insgesamt 1082 Titel.»
Die Post sagt, die Tariferhöhung sei nötig, weil sie im Zeitungstransport einen jährlichen Verlust von rund 100 Millionen Franken erleide. Der Verband Schweizer Medien hat beim Bundesamt für Kommunikation Beschwerde gegen die höheren Preise engereicht. (SaS/lmy)
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