11.11.2009

Axel Springer

Verlag will mehr Geld für Inhalte im Internet

Gratis Angebote im Netz seien "kein Naturgesetz".

Der Medienkonzern Axel Springer ("Bild", "Die Welt") setzt im Internet auf eine Doppelstrategie: Verstärkt Geld für seine Inhalte im Internet verlangen sowie weiter mit Google und anderen Suchmaschinen zusammenarbeiten. Im Gegensatz zur Drohung des Medienunternehmers Rupert Murdoch ("Wall Street Journal") werde Axel Springer seine Angebote beispielsweise für Google nicht sperren, sagte der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner am Mittwoch in Berlin.

Kostenlose journalistische Angebote im Netz seien "kein Naturgesetz", betonte Döpfner. Der Konzern entwickele kostenpflichtige Inhalte für mobile Empfangsgeräte. Solange sich Google an die Spielregeln halte und die Medien an den Erlösen beteilige, bleibe die Suchmaschine ein unverzichtbarer Partner. Im dritten Quartal ging der Umsatz von Europas grösstem Zeitungshaus um drei Prozent auf 631,4 Mio. Euro zurück. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg unter anderem dank der Kostendisziplin auf 102,2 Mio. Euro (Vorjahr: 92,7 Mio Euro).

Wegen der Werbeflaute gibt der Vorstand für das Gesamtjahr einen vorsichtigen Ausblick. Das Rekordergebnis von 2008 werde der Konzern aller Voraussicht nach nicht erreichen. Alle Möglichkeiten müssten ausprobiert werden, im Internet mit Journalismus Geld zu verdienen. Dafür sei notwendig, eine einfache Zahlmethode zu entwickeln. Murdoch hatte sich über Google und andere Suchmaschinen heftig beklagt. "Das sind Leute, die einfach alles aufsammeln und unsere Geschichten klauen", hatte der Medienunternehmer gesagt.

Bei Axel Springer entwickelten sich laut Döpfner die digitalen Medien mit einem Umsatzplus von 20,4 Prozent im dritten Quartal auf 310,1 Mio. Euro (Vorjahr: 257,5 Mio Euro) zur dritten Ertragssäule des Konzerns. Hochprofitabel sei das Segment Zeitungen National trotz schwacher Werbekonjunktur. In den ersten neun Monaten 2009 lag der Konzernumsatz bei knapp 1,9 Mrd. Euro und damit um 5,4 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Die bessere Geschäftsentwicklung im dritten Quartal habe sich positiv auf den operativen Gewinn ausgewirkt. Mit 264,5 Mio. Euro sank er zwar um 13,7 Prozent. Der Rückgang sei aber durch Kostensenkungen deutlich geringer ausgefallen als noch zum Halbjahr 2009. Der bereinigte Konzernüberschuss lag in den ersten neun Monaten bei 130,1 Mio. Euro nach 165,4 Mio. Euro im Vorjahr. (sda)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen