20.12.2019

Login-Allianz

Verlage planen ein Joint Venture

Rund zwei Monate nach dem Start führen Ringier, Tamedia, CH Media und NZZ «weiterführende Gespräche» mit potenziellen neuen Allianzpartnern. Um das einheitliche Login voranzutreiben, wollen die Medienhäuser ein gemeinsames Unternehmen gründen.
Login-Allianz: Verlage planen ein Joint Venture
Um die 100'000 neue registrierte Nutzerinnen und Nutzer haben die Portale von Ringier: Der Login-Hinweis auf blick.ch. (Bild: persoenlich.com)
von Michèle Widmer

Seit Mitte Oktober bitten die Medienhäuser Ringier, Tamedia, CH Media und NZZ ihre Leserinnen und Leser auf den Newsportalen, sich einzuloggen. Begleitet wurde die eingeführte Login-Allianz mit der Kampagne «Machs persönlich» (persoenlich.com berichtete).

Nach zwei Monaten ziehen die Partner ein positives Zwischenfazit. Die Zahl der neuen Registrationen pro Tag habe sich seit dem 15. Oktober mehr als verdoppelt, sagt Ringier-Sprecherin Johanna Walser auf Anfrage. Bei Blick, Beobachter, Handelszeitung und Bilanz habe es in dieser Zeit um die 100’000 neue registrierte Nutzerinnen und Nutzer gegeben. «Nach einem Peak zu Beginn hat sich die Zahl neuer Registrationen pro Tag inzwischen auf einem relativ stabilen Niveau eingependelt», ergänzt sie.

Auch die anderen Verlage sind optimistisch. Tamedia verzeichnet bei den Portalen der Tageszeitungen sowie von 20 Minuten seit Mitte Oktober rund 80'000 neue Registrierungen, wie Sprecher Michele Paparone mitteilt. Nach dem ersten Peak würden aktuell noch täglich Neuregistrierungen eingehen. Die NZZ hat seit dem Start der Login-Allianz rund 40'000 neue registrierte Nutzerinnen und Nutzer gewonnen, wie Sprecherin Seta Thakur sagt. Aktuell verfüge die NZZ über eine Basis von rund 760'000 registrierten Nutzern. Weniger konkret gibt CH Media Auskunft. Peter Neumann, Leiter Digital und Mitglied der Unternehmensleitung, spricht von «einer deutlich fünfstelligen Zahl an Registrationen» seit dem Start.

Auf Werbetour

In diesen Tagen bemühen sich die vier Medienhäuser nun darum, weitere Allianzpartner an Bord zu holen. Am 3. Dezember kam es bei Tamedia zu einer Präsentation vor 35 Vertreterinnen und Vertretern interessierter Verlage aus der Deutschschweiz und dem Tessin. Eine weitere Veranstaltung mit rund zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand diesen Mittwoch in der Romandie statt.

«Uns ging es darum, unsere Offenheit für eine Erweiterung der Digital-Allianz zu bekräftigen», sagt Walser dazu. Im Anschluss seien mehrere ernstgemeinte Interessensbekundungen für eine Allianzteilnahme eingegangen. Erste «weiterführende Gespräche» hätten bereits stattgefunden. Weitere seien in Planung. Wann die Allianz neue Partnerverlage begrüssen könne, würden die kommenden Monate zeigen, sagt sie. Man hoffe, noch im ersten Quartal 2020 konkreter werden zu können.

Details über Joint Venture

Weiter treiben die Allianzpartner die Einführung eines Single Sign-on voran. Geplant ist die Umstellung auf ein einheitliches Medienlogin auf Herbst 2020, gemeinsam mit der Einführung der Registrationspflicht sowie einer unternehmensübergreifenden Lösung für die Einwilligung zur Datennutzung.

Für den Betrieb dieser einheitlichen technologischen Plattform wollen die Verlage noch stärker zusammenarbeiten. «Ringier, Tamedia, CH Media, NZZ und gegebenenfalls die SRG planen für das Single Sign-on ein Joint Venture», sagt Walser. Auch hier ist man offen für weitere Partner. Interessierte Medienhäuser können entweder als Kunde Dienstleistungen beziehen oder Anteile am Joint Venture erwerben. Die SRG stösst voraussichtlich 2020 mit einem freiwilligen Login dazu.

Wann startet das Joint Venture? Wie soll es heissen? Und wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll es beschäftigen? Für solche Fragen ist es noch zu früh. Die Antworten auf liegen laut Walser voraussichtlich im ersten Quartal des nächsten Jahres vor.



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Kommentare

  • Alex Franken, 20.12.2019 10:33 Uhr
    Das das überhaupt erlaubt ist. Mir kommt es vor wie ein Kartell, das sich da aufbaut und dne Markt beherrschen und dominieren will. Da geh ich dann wieder lieber zum Kiosk und hole mir die gedruckte Variante. Auch wenn dies das Ziel sein sollte, immer noch besser als sich dieser Dominanz hinzugeben. Nein Danke.
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