18.09.2009

Verlegertagung

Verleger wollen für Copyright bei Inhalten kämpfen

Absage an gelockerte Werbevorschriften für die SRG.

Die Schweizer Verleger wollen sich auf politischer Ebene dafür einsetzen, dass journalistische Inhalte im Internet besser geschützt sind. Entsprechende Vorschriften müssten in die Gesetzgebung aufgenommen werden. Das Copyright sei für die Verleger enorm wichtig, sagte Michael Ringier am Freitag anlässlich der Jahrestagung des Verbandes Schweizer Presse in Interlaken. "Jede gefälschte Louis-Vuitton-Tasche wird am Zoll beschlagnahmt. Journalistische Inhalte sind jedoch nach wie vor nicht geschützt."

Das Problem werde sich nicht in der Schweiz lösen lassen. Nötig seien internationale Vereinbarungen. Ringier, Verwaltungsratspräsident des grössten Schweizer Medienhauses, rief den Verlegerverband dazu auf, über die Landesgrenzen hinaus aktiv zu werden.

Kampf um Online-Werbung

Zunehmend wichtiger wird für die Verleger die Werbung im Internet. Sie soll auch künftig in Händen der Verlage bleiben, sagte Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument. Der Bundesrat habe in einer ersten Reaktion diese Position der Schweizer Verlagshäuser bestätigt.

In einem Bericht des Bundesamtes für Kommunikation stand nun jedoch zu lesen, der SRG solle die Online-Werbung bei Sport und Unterhaltung erlaubt werden. Solchen Versuchen treten die Verleger klar entgegen. "Die mit öffentlichen Geldern finanzierte SRG hat sich hier herauszuhalten", sagte Lebrument.

SRG-Generaldirektor Armin Walpen verwies in einer Stellungnahme vor den Verlegern darauf, dass der Bundesrat das letzte Wort haben werde. Die Regierung werde darüber entscheiden, wie die SRG künftig finanziert werde. Dass die SRG im Internet präsent sein muss, dafür haben die Verleger Verständnis. Die Präsenz sollte sich jedoch auf eigene Radio- und TV-Beiträge beschränken. "Werbung ist absolut ausgeschlossen", bekräftigte Pietro Supino, Verwaltungsratspräsident des Tamedia-Konzerns. (sda)


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