15.06.2018

Verleger vs. SRG

Verlegerverband sieht Lösung in Reichweite

Mit dem «Leutschenbach-Anzeiger» wollte der Verband Schweizer Medien auf die Kampfzone mit der SRG aufmerksam machen: Die Texte im Internet. Nun hofft der Verlegerverband auf eine ähnliche Regelung wie in Deutschland.
Verleger vs. SRG: Verlegerverband sieht Lösung in Reichweite
Die SRG macht Radio und Fernsehen – oder doch auch eine Zeitung? (Bild: persoenlich.com)
von Edith Hollenstein

ARD und ZDF müssen ihre Online-Angebote klar auf Audiovisuelles ausrichten – geschriebene Texte dürfen nicht im Vordergrund stehen. Über einen entsprechenden Entscheid berichtete am Donnerstag die NZZ.

Laut diesem dürfen ausführliche Texte weiterhin aus Gründen der Suchmaschinenoptimierung oder zur Gewährleistung der Barrierefreiheit veröffentlicht werden. Erlaubt bleiben Manuskripte von Radio- oder TV-Beiträgen, Aktualisierungen sowie weiterführendes Material, um Recherchen zu untermauern. Für den Fall, dass es Abgrenzungsprobleme oder unklare Fälle geben sollte, wird eine Schlichtungsstelle eingerichtet.

Mit dem Beschluss der deutschen Ministerpräsidenten ist nach einem jahrelangen Kampf ein Kompromiss zu Stande gekommen. Es herrsche nun endlich Klarheit darüber, wo der Schwerpunkt der gebührenfinanzierten Online-Angebote zu lieben habe, nämlich im Audiovisuellen, so der deutsche Verlegerpräsident, Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner in der FAZ.

Verleger hoffen auf ähnliche Lösung

Nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz herrscht Begeisterung. Der Verband Schweizer Medien (VSM) «ist erfreut über die wegweisende Einigung in Deutschland und zuversichtlich, auch hier einen Modus für ein komplementäres Nebeneinander von gebühren- und privatfinanzierten Onlineangeboten zu finden», wie es in einer Stellungnahme heisst.

Der VMS ist seit längerem unzufrieden mit den Aktivitäten der SRG im Internet, vor allem mit dem SRF-Newsportal. Es sei den Online-Angeboten der Privaten zu ähnlich, was es den Privaten schwierig mache, für ihr Angebot Geld zu verlangen.

Um diesen Umstand zu verdeutlichen, hatte der Verband Schweizer Medien Mitte Mai den «Leutschenbach-Anzeiger» produziert: eine Gratiszeitung mit dem Online-Content ab dem SRF-News-Portal. Die Ähnlichkeit zu Gratiszeitungen soll zeigen, dass gebührenfinanzierte und dadurch kostenlos zugängliche Newsportale für die Verleger ein Hindernis seien auf dem Weg, Bezahlschranken aufzubauen.

Daher fordert der Verband Bern dazu auf, im neuen Gesetz über elektronische Medien das Nebeneinander von Privaten und Gebührenfinanzierten «möglichst trennscharf» zu regeln. 

 



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