15.01.2014

NZZ-Gruppe

Verwaltungsrat will 10 Millionen investieren

Neuer Newsroom und frisches CMS für die "Neue Zürcher Zeitung".
NZZ-Gruppe: Verwaltungsrat will 10 Millionen investieren

Die NZZ-Mediengruppe will 2014 und 2015 rund 10 Millionen Franken in das Wachstum ihres Kerngeschäfts und damit auch in den Ausbau ihrer Publizistik investieren, Letzteres vor allem bei der "Neuen Zürcher Zeitung". Dies habe der Verwaltungsrat so beschlossen, wie die NZZ am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt. Die Massnahmen stehen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung, die Verwaltungsrat und Unternehmensleitung im Sommer 2013 angestossen hatten. Im Zentrum stehen dabei der Ausbau der Produktpalette vor allem in Online und Mobile, die Prüfung einer sprachregionalen geografischen Expansion sowie die Erweiterung des publizistiknahen Servicegeschäfts in den Gebieten Konferenzen, Wirtschaftsinformationen, Personal Finance und Gesundheit.

NZZ-Newsroom und CMS werden erneuert
Die Investitionen werden schwergewichtig im Ausbau der Produktverantwortlichkeit und der Stärkung digitaler Kompetenzen in der bereits konvergent für Online und Print arbeitenden Redaktion der "Neuen Zürcher Zeitung" liegen. Der Newsroom soll neu gestaltet werden und die Redaktoren werden ein neues Content-Management-System erhalten. Zudem will das Unternehmen die Managementkapazitäten in der Entwicklung technischer Produkte ausbauen, und in Verkauf und Marketing. Daneben soll eine Abteilung für Datenanalyse aufgebaut werden. "Die Investitionen werden das Betriebsergebnis des Unternehmens in den kommenden beiden Jahren erheblich belasten", schreibt die NZZ.

Den deutschen Sprachraum im Visier
Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe, hatte bereits an der Dreikönigstagung Anfang Januar angekündigt, dass sich die NZZ-Gruppe über die Landesgrenzen hinaus orientieren will. "Der deutschsprachige Raum bietet insgesamt einen potenziellen Markt von rund 100 Millionen Lesern. Diesen werden wir nicht kampflos den nördlichen Mitbewerbern überlassen", so Dengler (persoenlich.com berichtete). Die konkretesten Pläne existieren offenbar für eine Expansion nach Österreich (persoenlich.com berichtete). 

Analog zu der unlängst angekündigten Übernahme von Moneyhouse schliesst Dengler weitere Akquisitionen nicht aus, allerdings nur, wenn sie dem Ausbau des Kerngeschäfts dienen. Eine breite Diversifizierung zieht das Unternehmen nicht in Betracht.

Die NZZ-Mediengruppe will auf den Wandel in der Branche durch den forcierten Ausbau ihrer digitalen Angebote reagieren. Ziel der Massnahmen sei es, den Kunden auf möglichst vielfältige und nutzstiftende Weise das hochwertige publizistische Angebot zur Verfügung zu stellen. Dabei werde in Zukunft stärker denn je auch eine zeitliche, örtliche und inhaltliche Entbündelung journalistischer Inhalte geprüft werden.

Redaktion muss schneller reagieren
Die Redaktion der NZZ wird so umgebaut, dass sie adaptiver und schneller als bisher auf sich verändernde Marktanforderungen reagieren kann. Um die Fachkompetenz der NZZ-Redaktion zu bewahren, wird eine organisatorische Entflechtung zwischen Inhaltsherstellung, Editierung und Produktion vorgenommen, schreibt die NZZ. Die Print-Ausgabe der "Neuen Zürcher Zeitung" soll demnach ein tragender Pfeiler des publizistischen Angebots bleiben. "Wir möchten die Rolle der gedruckten Ausgabe stärken, indem wir sie entschlossener als bisher zu einem Dokument der Einordnung, Wertung und Hintergrundinformationen machen", wird Markus Spillmann, Chefredaktor der "Neuen Zürcher Zeitung", in der Mitteilung zitiert.

Regionalmedien sollen Grössenvorteile erzielen 
Zur NZZ-Mediengruppe gehören neben der "Neuen Zürcher Zeitung" auch die "NZZ am Sonntag", das "St.Galler Tagblatt", die "Ostschweiz am Sonntag", die "Neue Luzerner Zeitung" und weitere Printpublikationen, sowie auch die Sender Tele Ostschweiz, Tele 1, Radio FM1 und Radio Pilatus. Details über die Strategie bei diesen Beteiligungen werden in der Medienmitteilung nicht genannt. Man setze weiterhin auf die Regionalmedien, um "Grössenvorteile erzielen zu können", heisst es aber. Das Unternehmen prüfe derzeit, "inwieweit sich unternehmerische und publizistische Prozesse harmonisieren und koordinieren lassen, um Synergiepotenziale zu erschliessen". (pd/eh)

Bild: Gaetan Bally, Keystone

 


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