02.07.2017

NZZ-Gruppe

Wenn die Zeitungsbünde schrumpfen

Das «St. Galler Tagblatt» und die «Luzerner Zeitung» sowie ihre Partnerzeitungen stellen ab 4. Juli auf eine Zweibund-Architektur um. Damit soll der Druckprozess vereinfacht und die redaktionelle Berichterstattung gebündelt werden.
NZZ-Gruppe: Wenn die Zeitungsbünde schrumpfen
Umfasst ab kommenden Dienstag neu zwei statt drei Bünde: das «St. Galler Tagblatt». (Bild: Christian Beck)

Am kommenden Dienstag erscheinen das «St. Galler Tagblatt», die «Luzerner Zeitung» und deren jeweilige Regionalausgaben erstmals in einer Zweibundstruktur. Das «St. Galler Tagblatt» umfasste bislang drei, die «Luzerner Zeitung» vier Bünde. Dank der neuen Bundstruktur können die Regionalzeitungen der NZZ-Mediengruppe effizienter gedruckt werden, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Ressorts sollen neu angeordnet werden. «Die Druckprozesse im Hintergrund tangieren den Leser nicht. Durch die neue Zeitungsarchitektur erhält das Lokale mehr Gewicht, weil es prominenter im zweiten Bund platziert ist», wird Pascal Hollenstein, Leiter Publizistik der NZZ-Regionalmedien, darin zitiert. Hollenstein hatte den Wechsel auf zwei Bünde bereits Ende April in einem persoenlich.com-Interview bestätigt.

Die einheitliche Bundstruktur erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den Zeitungen in der Zentral- und Ostschweiz, wie es weiter heisst. «Davon profitieren beide Seiten. Die neue Zeitungsarchitektur macht es möglich, dass in der Zentralschweiz die Bereiche Kultur, Gesellschaft, Wissen und Lifestyle gestärkt werden», ergänzt Hollenstein. Umgekehrt werde die Ostschweiz von einem noch besseren Wirtschaftsteil profitieren. Und über alles werde die lokale und regionale Berichterstattung an Prominenz und Gewicht gewinnen. (pd/tim)


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KOMMENTARE

Tek Berhe
04.07.2017 06:36 Uhr
Rorschacher werden woll eine Überraschung erleben. Ab heute sind sie St. Gallen. Zwei Kopfblätter weniger. Den knappen Platz müssen sich nun St. Gallen, Gossauer und Umgebung mit Rorschach und Agglomeration teilen. Gewisse interessante Rorschacher Themen waren bisher im Ostschweizteil übernommen worden wohingegen das Lokale auch lokal (Rorchacher Handänderungen sind wirklich lokal) blieb. Die Leser müssen ihre Lesegewohnheiten nun anpassen. Bisher fing ich im Stadtteil an, Ostschweiz, Front bis zum Sport. Jetzt muss ich kreuz und quer blättern. Die Leserführung erweist sich als mühsam. Gibt es eigentlich die Rorschacher Redaktion noch vor Ort? Obwohl man schnell von St. Gallen nach Rorschach und Umgebung gelangt ticken die Uhren dort anders. Beim letzten Versuch beides zu vermischen erhob sich ein Sturm der Entrüstung hin bis zu Abokündigungen. Aus finanziellen Argumenten heraus müsste man die Appenzellerausgabe mit der Stadt zusammenlegen, Wil-Toggenburg-Werdenberg endlich ‚vereinigen‘.
Ruedi Brosi
03.07.2017 07:42 Uhr
Schade - damit geht leider auch ein toller Vorteil der Zeitung verloren, das Austauschen der Bünde beim morgendlichen Kaffee. Das gemeinsame Lesen der Tageszeitung wird mit nur noch zwei Bünden erschwert.
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