Gegen den Verkauf des Bieler Lokalsenders Radio Canal 3 an die Berner Espace Media Groupe regt sich in der Region Widerstand. Eine Gruppe um die ehemalige Ständerätin Christine Beerli arbeitet zur Zeit an einem eigenen, zweisprachigen Radioprojekt. Damit wolle man den Bewies antreten, dass für eine Weiterführung des Privatradios Canal 3 eine "Bieler Lösung" möglich sei, teilte die Strategiegruppe des neuen Radioprojekts mit. Sie will dem Bundesamt für Kommunikation in den nächsten Tagen ein Projekt einreichen. Das BAKOM ist zuständig für die Übertragung der Konzession von Canal 3, entweder an die Espace Media Groupe oder -- wie die Bieler Strategiegruppe hofft -- an die Bieler Trägerschaft.
Idee der Bieler Gruppe ist, Canal 3 zu übernehmen und unter dem Namen Radio Bilingue ein regional verankertes Privatradio für die Region Biel-Seeland und Grenchen zu betreiben. Geht die Bieler Gruppe leer aus, muss sie ihr Projekt begraben: Für einen Konkurrenzsender sähe er keine Chancen, räumte Thomas Eichelberger, Mitglied der Strategiegruppe, auf Anfrage ein.
Der Verkauf von Canal 3 an Espace erhitzte Mitte September die Bieler Gemüter. Das Privatradio verzichtet mit der Übernahme durch das Berner Verlagshaus auf die Subvention durch die Stadt Biel (125'000 Franken) und den Kanton (75'000). In Biel herrscht indes keine Freude ob der Einsparung; vielmehr fühlt man sich vom Stiftungsrat des Radios hintergangen.

