21.05.2015

Axel Springer Schweiz

"Wir haben keine Mitarbeiter unter Druck gesetzt"

Der Verlag weist die Vorwürfe bezüglich "Beobachter Natur" zurück.
Axel Springer Schweiz: "Wir haben keine Mitarbeiter unter Druck gesetzt"

Neun Personen haben ihre Stelle verloren, weil das Magazin "Beobachter Natur" künftig nur noch als Beilage des Mutterblattes "Beobachter" erscheint (persoenlich.com berichtete). Die Mediengewerkschaft Syndicom sowie der Berufsverband Impressum kritisieren das Vorgehen des Verlagshauses Axel Springer Schweiz scharf.

Die Vorwürfe: Der Arbeitgeber habe die Mitarbeiter vor eine unmögliche Wahl gestellt. Entweder die Angestellten hätte eine "einvernehmliche Vertragsauflösung" per Ende Mai unterschrieben und als "freiwillige" Zahlung den Betrag von vier Monatslöhnen erhalten, ohne weiter arbeiten zu müssen. Oder sie hätten nichts als das bekommen, was gesetzlich sowieso vorgeschrieben sei (d.h. den Lohn während der Kündigungsfrist). Zudem hätte der Verlag die Mitarbeiter massiv unter Druck gesetzt, das "heimtückische Angebot" zu unterzeichnen.

"Keine Massenentlassung"

Axel Springer Schweiz weist die Vorwürfe mit aller Deutlichkeit zurück: "Entgegen den Behauptungen von Impressum und Syndicom hat Axel Springer Schweiz in keiner Art und Weise Mitarbeitende unter Druck gesetzt", schreibt der Verlag in einer Stellungnahme. Auf Wunsch der Mitarbeitenden sei die Frist für eine einvernehmliche Lösungsfindung verlängert worden. Zwischenzeitlich sei mit allen neun Mitarbeitenden eine entsprechende Lösung vereinbart worden.

Die Mediengewerkschaft und den Berufsverband stellen zudem die Frage in den Raum, ob die Vorgänge bei Axel Springer Schweiz juristisch richtig abgewickelt wurden. Denn ab 10 Betroffenen handle es sich um eine Massenentlassung. Dann muss ein Betrieb mit 20 bis 100 Angestellten zwingend das Mitwirkungsverfahren durchführen, um Kündigungen zu vermeiden und die Folgen abzufedern. Auch dazu nimmt Axel Springer Schweiz Stellung: "Anders als angedeutet liege keine Massenentlassung vor", schreibt der Verlag. (wid/pd)


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