Hans-Jörg Gasser, mit EuroSoccer erscheint im September ein neues Schweizer Fussballmagazin. Wäre das auch so, wenn die Euro 08 nicht in der Schweiz stattfinden würde?
Die Ausgangslage wäre dann wahrscheinlich schwieriger. In zwei Jahren findet mit der Euro 08 in der Schweiz ein Grossereignis statt, das wir puschen wollen.
Der Entscheid, das Fussballmagazin zu starten ist am 26. Juni -- also während der WM -- getroffen worden. War die WM-Euphorie in der Schweiz ausschlaggebend?
Die grosse WM-Begeisterung hat ganz sicher Einfluss auf den Entscheid gehabt. Eine solche Euphorie hat man wohl noch nie gesehen, weder während der WM 94 noch der EM 96, bei denen die Schweiz auch dabei war.
Wie setzt sich die Redaktion zusammen?
Geschäftsführender Chefredaktor ist Ulrich Kühne-Hellmessen. Die eigentliche Redaktionsleitung obliegt mir. Fester Bestandteil der Projektleitung wird auch Erwin Zogg sein. Zudem werden wir mit vielen Freischaffenden arbeiten. Wir sprechen da von einer "externen Redaktion", diese befindet sich aber noch im Aufbau. Wir setzen aber eher auf jüngere Journalisten.
Es gibt bereits andere Schweizer Fussballmagazine. Ist der Markt für ein weiteres Fussballmagazin gross genug?
Wenn wir nicht daran glauben würden, dass der Markt gross genug ist, würden wir mit EuroSoccer nicht an den Start gehen. Wir werden uns mit aller Macht in den Markt hineindrängen.
Wie wollen sie sich von den anderen Fussballmagazinen abheben?
EuroSoccer ist vor allem auf die Euro 08 ausgerichtet. Die Schwerpunkte liegen bei der Schweizer Nationalmannschaft, der EM-Qualifikation, den europäischen Ligen sowie dem nationalen Fussball. Wir werden nicht nur jedes Qualifikationsspiel zur Euro 2008 beleuchten, sondern auch die Stars beobachten, die sich auf dem Weg in die Schweiz befinden. Wir wollen uns aber auch durch die Ausstattungsmerkmale von anderen Schweizer Sporttiteln abheben. EuroSoccer wird als Hochglanztitel erscheinen, Poster beinhalten, mit Klebebindung ausgestattet sein und mindestens 84 Seiten umfassen. Wir wollen uns an internationalem Standard orientieren.
Die mediale Abdeckung des Schweizer Fussballs war noch nie grösser. Bei einem Spieltag der Super League werden bis zu drei Spiele live übertragen. Erleben wir in der Schweiz einen Fussball-Boom?
Durch die grössere Medienpräsenz steigt auch das Interesse am Fussball. Das war auch in Deutschland, das sowieso schon ein klassisches Fussballland ist, zu sehen. Als man von der altehrwürdigen Sportschau-Berichterstattung wegkam, und begann, die Bundesliga als Show zu inszenieren, gab das dem deutschen Fussball einen riesigen Schub. Den gleichen Effekt hat nun wiederum die WM ausgelöst. Ähnliches ist auch in der Schweiz der Fall und da wollen wir dabei sein.
Die erste Ausgabe von EuroSoccer soll bereits am 1. September erscheinen. Wie laufen die Vorbereitungen, sind Sie im Zeitplan?
Wir erleben eine hektische, zum Teil auch nervenaufreibende, aber vor allem sehr interessante und spannende Zeit. Toll ist, dass wir alle Freiheiten geniessen, weil es bei der Neulancierung eines Produktes niemanden gibt, der sagt, so und so haben wir das aber immer schon gemacht. Auf der anderen Seite muss man sich auch bewusst sein, dass gerade dann, wenn man auf nichts Gegebenes zurückgreifen kann, jede Entscheidung doppelt wiegt.
EuroSoccer ist vor allem auf die Euro 08 ausgerichtet. Was kommt dann nach der Euro?
Im Zentrum steht zurzeit die erste Ausgabe, die am 1. September erscheint. Diese wollen wir so gestalten, wie wir uns das vorgenommen haben. Wir wollen ein interessantes Magazin für jeden Schweizer produzieren und so die Lust und Vorfreude auf einen Event wecken, der alles übersteigen wird, was der Schweizer Sport bisher erlebt hat. Bis zur Euro 08 wollen wir uns dann soweit etabliert haben, dass das Fussballmagazin auch danach weiterleben kann.

