27.01.2021

Presseförderung

«Wir wollen keine Abspaltung vom Verband»

Knatsch unter den Verlegern: Gilbert Bühler, CEO der Freiburger Nachrichten, hat die IG Kleine und mittlere Verlage gegründet und opponiert damit gegen die Grossen. Bühler spricht über die Gründe.
Presseförderung: «Wir wollen keine Abspaltung vom Verband»
«Idealerweise würden wir mit einer Stimme sprechen», sagt Gilbert Bühler, CEO der Freiburger Nachrichten. (Bilder: zVg., Pixabay)
von Matthias Ackeret

Herr Bühler, Gratulation zur Gründung Ihrer Interessengemeinschaft (persoenlich.com berichtete). Was haben Sie und Christof Nietlispach von den Freiämter Regionalzeitungen zu diesem Schritt bewogen?
Bezüglich des medienpolitischen Paketes bestehen im Verlegerverband Schweizer Medien (VSM) wesentliche Differenzen. Die Interessen zwischen Gross und Klein liessen sich nicht mehr unter einen Hut bringen.

Welche Verlage haben sich jetzt Ihrer Interessengemeinschaft angeschlossen?
Innert weniger Tage konnten wir schon 20 Titel mobilisieren, so zum Beispiel Bote der Urschweiz, Engadiner Post, Freiburger Nachrichten, alle sieben Luzerner Landzeitungen, Volksstimme, Wohler Anzeiger und etliche mehr. Wir gehen davon aus, noch weitere dazuzugewinnen. Ziel war es aber, aufgrund der knappen Zeit, so rasch wie möglich einen repräsentativen Querschnitt der kleinen Regional- und Lokalverleger an Bord zu bekommen.

Nun gehören sowohl Herr Nietlispach wie Sie dem Präsidium des VSM an. Fühlen Sie sich durch den Branchenverband nicht mehr vertreten?
Wir fühlen uns in vielen Fragen vom Verband ganz gut vertreten. An der Frage über die Onlineförderung aber scheiden sich die Geister.

Beabsichtigen Sie eine Abspaltung vom Verband?
Wir beabsichtigen keine Abspaltung und führen die IG, zumindest vorläufig, im Sinne eines Pop-up-Stores.

«Wir streben eine rasche Umsetzung des Medienpaketes an»

Was wollen Sie mit Ihrer Interessengemeinschaft konkret erreichen?
Wir streben eine rasche Umsetzung des Medienpaketes an. Dies ist im Interesse der ganzen Branche. Sodann unterstützen wir die bundesrätliche Vorlage – so wie sie vom Ständerat behandelt worden ist.

Glauben Sie, es ist für die Presseförderung in Bundesbern hilfreich, wenn plötzlich verschiedene Interessengruppen und Verbände auf dem Politparkett agieren?
Idealerweise würden wir mit einer Stimme sprechen. Dazu ist der VSM zurzeit leider nicht in der Lage.

Wie geht es den Schweizer Klein- und Mittelverlagen ein Jahr nach Ausbruch der ganzen Pandemie?
Wohl alle Medien sind von Corona stark betroffen. Dank der Nothilfe vom Bund, der Kurzarbeitsentschädigung und Kostensenkungsmassnahmen – ich kann aber nicht im Namen aller Unternehmen sprechen – haben sie die Krise bis hierhin gemeistert. Die jüngsten Entwicklungen an der Covid-Front machen die Situation noch schwieriger. 

Wie waren die Reaktionen auf die Gründung Ihrer Interessengemeinschaft?
Wir haben etliche Glückwünsche erhalten. Die Reaktionen sind positiv.


Lesen Sie in diesem Zusammenhang den Kommentar von Matthias Ackeret auf persoenlich.com/blog.



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