Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) kritisiert die EU-Pläne für eine neue Fernsehrichtlinie. Die darin enthaltenen Lockerungen für Product-Placement im TV würden sich laut BDZV auch auf andere Medien auswirken. Bei einem informellen Treffen der EU-Minister für Kultur und Medien zeigte man sich zwar einig darüber, dass Produkplatzierungen grundsätzlich verboten bleiben sollen, doch für einen Grossteil von Unterhaltungsprogrammen sind künftig Ausnahmeregelungen angedacht. Für den BDZV eine "ärgerliche Mogelpackung", die zur Irreführung der Verbraucher führe.
Product Placement soll zwar mit einem Vermerk vor und nach der betreffenden Sendung gekennzeichnet werden, ein regelmässiger Hinweis auf Schleichwerbung während des Programms ist jedoch nicht vorgesehen. Das werde zu einer Käuflichkeit von Inhalten führen und könne auch auf Zeitungen abstrahlen, so die Befürchtung beim BDZV. "Die Agenturen, die beim Fernsehen gelockerte Regelungen vorfinden, könnten in Zukunft auch auf die Zeitungen zukommen und ähnliche Lockerungen fordern", so Anja Pasquay, Pressesprecherin beim BDZV. Eine klare Trennung zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung wäre dadurch nicht mehr gewährleistet.

