12.08.2014

Radio 24

"Zürichs Pulsschlag soll bei uns jederzeit spürbar sein"

Marc Jäggi startet am kommenden Sonntag seine neue Talksendung "24 Minuten".
Radio 24: "Zürichs Pulsschlag soll bei uns jederzeit spürbar sein"

Marc Jäggi ist seit gut 100 Tagen der neue Programmleiter von Radio 24. In seiner neuen Talksendung "24 Minuten" begrüsst er ab dem kommenden Sonntag Gäste wie Corine Mauch oder den Werber Alexander Jaggy. Wie hat die "Schawinski-Schule" die ehemalige Radio-1-Morgenshow-Stimme geprägt und was will Jäggi unternehmen, damit Radio 24 weiterhin das meist gehörte Radio der Deutschschweiz bleibt? persoenlich.com hat nachgefragt.

Herr Jäggi, Sie sind jetzt rund 100 Tage im Amt als Programmleiter von Radio 24. Was ist der grösste Unterschied zu Radio 1?
Der Output bei Radio 24 ist riesig. Ein Fullservice-Sender, der täglich rund um die Uhr einen unglaublich hohen Qualitätsanspruch erfüllen darf, ist auch anspruchsvoll zu führen und zu gestalten.

Sie waren vorher Moderations- und sind jetzt Programmleiter: Was war die grösste Überraschung?
Ich war bei Radio 1 Chef der Moderation und auch Mitglied der Geschäftsleitung. Ich kenne also die Herausforderungen des Radiogeschäfts. Böse Überraschungen gab es keine. Angenehme jedoch viele.

Wie hat Sie die "Schawinski-Schule" persönlich geprägt?
Ich habe gelernt, dass es keine Probleme gibt, sondern nur Herausforderungen. Ich habe erfahren, dass jede Veränderung eine Chance für einen Fortschritt bietet und ich weiss, dass zum Refrain "You can get it, if you really want“ auch der Part: "but you must try, try and try“ gehört.

Radio 24 ist das meistgehörte Radio der Deutschschweiz. Wie wollen Sie diese Position verteidigen?
Mit dem besten Programm. Einem, das den Menschen im Raum Zürich auch wirklich etwas bringt. Unterhaltung, Hörgenuss, Wissen, Information und die beste Musik.

Sie waren DIE Stimme von Radio 1, jetzt sind sie in der neuen Sendung "24 Minuten" wieder am Mikrofon zu hören: Haben Sie das Moderieren zu sehr vermisst?
"24 Minuten" ist eine Talkshow und hat nichts mit "klassischem" Moderieren zu tun. Ausserdem hatte ich schon mehrmals die Möglichkeit, im Radio-24-Tagesprogramm Sendungen zu präsentieren. Ich komme also nicht zu kurz. 

Worum geht es genau in der neuen Sendung?
Es geht darum, während 24 Minuten spannenden Persönlichkeiten eine Stimme auf der wichtigsten Radiostation Zürichs zu geben und den Hörerinnen und Hörern möglichst unbekannte Seiten von diesen Menschen zu zeigen.

Wann genau und wie oft werden Sie dies tun?
Immer Sonntags von 12.30 bis 13 Uhr.

Wer sind Ihre ersten Gäste?
Ich freue mich sehr, dass die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch am kommenden Sonntag mein erster Gast sein wird. Weitere Gäste sind der amtierende "Werber des Jahres" Alexander Jaggy, Leichtathlektik-EM-CEO und Weltklasse-Zürich-Direktor Patrick Magyar, Schauspieler und Komiker Mike Müller und viele mehr.

Mit der Digitalisierung geht der regionale Bezug immer mehr verloren, ein Radio wird zur nationalen Marke. Warum will sich Radio 24 – unter anderem mit der neuen Sendung - weiter und stärker auf Zürich fokussieren?
Mit der Digitalisierung geht der regionale Bezug überhaupt nicht verloren, aber es entsteht für den Hörer die Möglichkeit, seine Region, seinen Sender weit über die Kantonsgrenze hinaus bei sich zu behalten. Es gibt keinen anderen Sender, der so sehr zu Zürich gehört und die Themen der Region so gut abbilden kann wie Radio 24. Dieses Produkteversprechen wollen und müssen wir auch in einer digitalisierten Radiowelt erfüllen.

Sie sind Berner und Chef des grössten Zürcher Radios, welches Sie noch zürcherischer machen wollen. Geht das?
Ich lebe und arbeite seit 1999 in Zürich, meine Töchter sprechen "Züridüütsch“, das einzige was an mir noch Bern ist, sind der Dialekt und ein Herz für YB und den SCB. Deshalb: Ja, das geht.

Aber was heisst das konkret, "Radio 24 soll noch zürcherischer" werden?
Die Geschichten, die Stimmen, der Pulsschlag der Stadt und der Region sollen jederzeit hörbar und spürbar sein. Darauf fokussieren wir das Themensetting und unsere Kreativität. Und weil Zürich auch eine Weltstadt ist, gehört auch der Blick über den Tellerrand dazu.

Im ersten Halbjahr 2014 schalteten laut Mediapulse prozentual weniger Leute das Radio ein, ebenfalls nahm die Nutzungsdauer leicht ab (persoenlich.com berichtete). Wie muss sich das Medium Radio verändern bzw. positionieren, um sich in Zeiten der Digitalisierung und des mehr und mehr visuell geprägten Contents behaupten zu können?
Seit 2014 setzt die Marktforschung auf ein neues Universum in den Umfragen. Ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen ist deshalb eigentlich nicht aussagekräftig. Aber wenn Sie trotzdem vergleichen wollen, dann jammern wir auf extrem hohem Niveau. Eine überwältigende Mehrheit hört immer noch jeden Tag Radio. Das Medium muss seine Stärken konsequent ausspielen. Wir müssen dort sein, wo der Hörer ist. Und das ist je länger je mehr unterwegs. Smartphones, Tablets und das Autoradio gilt es optimal zu bedienen. Und wir dürfen das Vertrauen ins Radio nicht enttäuschen: Der Hörer muss sicher sein, dass er, wenn er Radio 24 hört, alles bekommt, was er für den Alltag braucht. Unterhaltung, Information, Musik. Das kann sonst kaum ein anderes Medium bieten. Und selbstverständlich unterstützen wir den Brand Radio 24 auch Online auf radio24.ch und den wichtigen Social Media-Kanälen. 

Fragen: Seraina Etter


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