Bei Ringier gibt es weiterhin grosse Unstimmigkeiten, vor allem bezüglich "Blick"-Newsroom: Der langjährige "Blick"-Bundeshausredaktor Henry Habegger ist vergangene Woche per sofort freigestellt worden und verlässt Ringier nach 16 Jahren. Dies schreiben sowohl die "Schweiz am Sonntag", als auch die "NZZ am Sonntag". Laut beiden Zeitungen bestätigte die Ringier-Medienstelle den Abgang, Sprecher Edi Estermann wolle sich aber weiter nicht äussern. Laut "Schweiz am Sonntag"und "NZZ am Sonntag" liegt der Grund für die Freistellung in Unstimmigkeiten zwischen Habegger und Andreas Kunz, der kürzlich von der "Weltwoche" zum "Blick" geholt wurde.
Disput zwischen Andreas Kunz und Henry Habegger
Kunz nahm Anfang August 2013 beim "Blick" als stellvertretender Leiter des Ressorts Politik seine Arbeit auf. Kunz kam von der "Weltwoche". Verpflichtet hatte ihn die interimistische Chefredaktorin Andrea Bleicher. Sie wurde nur zwei Wochen später in ihrer Funktion nicht bestätigt und verliess kurz darauf das Unternehmen. Wie die NZZaS schreibt, geriet Kunz in eine Auseinandersetzung mit Henry Habegger. Habegger ist seit 1998 bei Ringier und schreibt seit 2004 für den "Blick". Als Bundeshausredaktor lag er auf einer SP-nahen Linie, was ganz im Sinne Frank A. Meyers war. Habegger und Meyer gelten als Verbündete. Diverse Vorgesetzte bissen sich an Habegger die Zähne aus. Vor zwei Wochen hatte auch Kunz genug. Er reichte seine Kündigung ein, schrieb für den "Blick" aber noch mehrere Artikel über den Fall Carlos.
Grosses Erstauen über den Abgang
Am Freitagnachmittag teilte Florian Fels, der Chef der Ringier-Abteilung Publishing, Redaktor Habegger mit, dass er das Unternehmen zu verlassen habe. Habegger wurde freigestellt. Laut NZZaS soll mit Kunz hingegen ein Gespräch darüber geführt werden, ob er seine Kündigung zurücknehmen und weiterhin für den "Blick" arbeiten wolle.
Bei Ringier wurde der Abgang Habeggers mit grossem Erstaunen zur Kenntnis genommen, so die NZZaS. Es habe sich schnell herumgesprochen, dass sich Florian Fels bei Michael Ringier abgesichert hatte: Der Verleger sei mit dem Personalentscheid einverstanden.
Michael Ringier stelle sich damit gegen Frank A. Meyer. Dieser habe sich vehement dafür eingesetzt, dass Habegger beim "Blick" bleiben kann. (NZZaS/SaS/eh)
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16.12.2016 07:16 Uhr

