01.10.2012

Richterich & Partner

Christoph Richterich gibt operative Führung ab

Erklärt im Interview den Führungswechsel.

Die Schweizer Kommunikationsagentur Richterich & Partner richtet die operative Führung neu aus. Ab 1. Oktober 2012 übernimmt der 42-jährige Jörg Röthlisberger als CEO die operative Verantwortung für die Geschäfte der Agentur. Der 50-jährige Gründer Christoph Richterich wird sich als aktiver Verwaltungsratspräsident neben seiner Beratertätigkeit verstärkt auf die strategische Ausrichtung der Agentur fokussieren.

Röthlisberger ist seit über zwölf Jahren Senior Berater und Partner der Richterich & Partner AG. Zuvor war er mehrere Jahre in einer führenden Schweizer PR-Agentur tätig. Er ist verheiratet und Vater von drei Söhnen. In der Schweizer Armee bekleidet er den Rang eines Obersts und führt als Milizoffizier den Armeestabsteil Kommunikation im Militärstrategischen Stab (MSS).

"Wir sind über die letzten vierzehn Jahre kontinuierlich und auf einer gesunden Basis gewachsen. Aus einer PR-Boutique Ende der 90er Jahre entstand eine der grossen Agenturen der Schweiz. Mit der Stabsübergabe an meinen neuen CEO realisieren wir jetzt eine unserer Marktposition gerechte Managementstruktur", sagt Christoph Richterich. (pd)

Interview zum operativen Führungswechsel

Herr Richterich, Sie ziehen sich aus der operativen Führung Ihres Unternehmens zurück. Wieso?

Das habe ich bereits vor Jahren so angedacht, denn es passiert vielen Firmengründern, dass sie zu lange alleiniger Chef bleiben wollen und dabei verpassen, ihre Nachfolge zu planen. Daher habe ich vor zehn Jahren zwei Mitarbeiter, die einer nächsten Beratergeneration angehören, zu Partnern gemacht. Einer davon, Jörg Röthlisberger, übernimmt per heute die operative Führung. Als aktiver Verwaltungsrat und Mehrheitsaktionär werde ich mich natürlich weiterhin im gleichen Masse für Richterich & Partner und unsere Kunden einsetzen.

Was ändert sich für das Daily Business genau?

Nicht sehr viel. Die Aufgabenverteilung in unserer Geschäftsleitung war immer schon gut organisiert. Mit dieser neuen Struktur verschaffe ich mir nun mehr Luft. Dies war nötig, denn die Zahl der von mir persönlich betreuten Mandate aber auch meiner Verwaltungsrats- und Beiratssitze hat stark zugenommen.

Sie sind das Gesicht von Richterich & Partner, kennen jeden in der Branche. Werden Sie sich auch aus der Öffentlichkeit zurückziehen?

Nein, überhaupt nicht. Dass ich als Gründer und Namensgeber in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen werde, ist klar. Aber wir sind ja nicht eine der vielen One-Man-Shows, bei denen alles an einer Person hängt. Wir sind eine der Top-Agenturen der Schweiz mit einem hochprofessionellen Team von über zwanzig Mitarbeitern.

Wie steht es eigentlich um Richterich & Partner?

Wir sind über die Jahre kontinuierlich gewachsen und haben uns ein breites, über alle Branchen reichendes Kundenportfolio mit vielen langjährigen Kunden aufgebaut. Das gibt uns eine gute und stabile Position der Unabhängigkeit. Wir sind eine der führenden Kommunikations-Agenturen der Schweiz und die Chancen, dass das so bleibt, stehen sehr gut.

Wo sehen Sie derzeit die grössten Herausforderungen in der PR-Branche?

Es stimmt zwar, dass der Kommunikationsbedarf in den guten Zeiten mindestens gleich hoch ist, wie in Zeiten der Krisen, wie wir sie eben erleben. Aber von der Krisenkommunikation können in der Schweiz nur ein paar wenige Berater leben, denn diese Art der Beratung ist heute sehr komplex und vielschichtig geworden. Aber auch in den Corporate und Brand Communications, vor allem aber auch bei den international tätigen Kunden wird es nicht einfacher. Unsere Branche lebte bislang stark von Mandaten, bei denen es um langfristige und kontinuierliche Prozesse und kontinuierlichen Vertrauensaufbau geht. Heute werden Budgets oft kurzfristiger und restriktiver vergeben und vermehrt quantifizierbare Resultate verlangt. Das bedeutet, man braucht mehr Ressourcen und mehr Knowhow, um den wachsenden Ansprüchen gerecht werden zu können. Grundsätzlich wird unsere Branche in der nächsten Zeit also eine deutliche Konsolidierung erleben.

Es heisst, Sie wollen sich künftig mehr um die strategische Ausrichtung der Agentur kümmern. Wo soll es hingehen mit der Agentur?

Ganz einfach: Wir wollen unsere führende Marktposition halten und ausbauen. Wir sind in jeder Hinsicht gut aufgestellt dafür.

Interview: Adrian Schräder


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen