22.05.2022

Migros

Die Opposition der Bolliger-Gruppe dürfte anhalten

Das Nein-Lager rund um Herbert Bolliger zur Einführung von Alkohol will auch nach der Abstimmung aktiv bleiben. Es brauche eine breite Debatte über die Migros-Werte, sind sich die Alkoholgegner einig.
Migros: Die Opposition der Bolliger-Gruppe dürfte anhalten
Führt die Gegner des Alkoholverkaufs an: Ex-Chef der Migros Herbert Bolliger. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Der ehemalige Migros-Chef Herbert Bolliger kämpft für ein Nein in der Abstimmung zum Alkoholverbot am 4. Juni. Zusammen mit ehemaligen Mitarbeitenden hat er die selbsternannte «Gruppe für die M-Werte» gegründet. Knapp zwei Wochen vor der Abstimmung deutet diese an, auch danach aktiv bleiben zu wollen, wie die NZZ am Sonntag berichtet.

Der Mediensprecher Urs Peter Naef lässt durchblicken, dass es eine breitere Debatte über die Migros-Werte geben werde. Dem Grundsatz, dass man sich nicht in Entscheidungen des Managements einmischen wolle, werde man treu bleiben. Wenn es aber um bedeutende Veränderungen gehe – etwa das Migros-Kulturprozent oder die Genossenschaftsstruktur – würde man sich wieder engagieren, so Naef.

Einen ersten Diskussionspunkt für nach der Abstimmung hat die «Gruppe für die M-Werte» bereits: Sollte es in der Alkoholfrage ein flächendeckendes Nein geben, müsse darüber diskutiert werden, wie über Migros.ch alkoholische Getränke verkauft werden. Beim Kauf von Alkohol im Onlineshop wird ein kleines Denner-Logo angezeigt. «Es ist tatsächlich ein Buebetrickli, das die Migros-Statuten verletzt und über das man reden muss», sagt Urs Peter Naef gegenüber der NZZaS.

Eine Debatte nach der Abstimmung hält auch David Bosshart, Präsident der G. und A. Duttweiler-Stiftung, für notwendig: «Die Diskussion muss weitergehen. Die Migros ist stark genug, sich an den eigenen Ideen zu orientieren und nicht an Wettbewerbern wie Aldi oder Coop oder wem auch immer», so Bosshart. (mj)



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