Ein Türsteher lässt zwei junge Zürcher, die ihr Leben hauptsächlich im Nachtleben verbringen, nicht in einen Club hinein. Also beschliessen die beiden, selber einen zu gründen. Doch dafür brauchen sie Geld. Die Geschäftsidee liefert ein Computerladen, wo sie arbeiten. Dort weist der Chef an, ein defekt zurückgekommenes Gerät neu zu verpacken und als neu weiterzuverkaufen. Die beiden kündigen und gründen ihre eigene Firma. Zum Durchbruch verhilft eine Erfindung: der Suchfilter, mit dem sich Kabel nach Länge sortieren lassen. Später gerät die Firma wegen einer missglückten Systemmigration in die Krise, aus der ihr ein Investor heraushilft. Am Schluss verkaufen die beiden ihre Anteile und übernehmen alle Zürcher Clubs.
«Unfiltered» erzählt die nach eigener Bezeichnung «fast wahre Geschichte» von Digitec Galaxus. Seit Samstagabend ist der Film auf YouTube zu sehen. Premiere hatte das 15-minütige Werk zuvor an einem Firmenfest in Zürich. Regie und Drehbuch stammen von Jelena Vujovic, die zuletzt an der Serie «Tschugger» mitgewirkt hat. Die Gründer spielen sich nicht selbst: Jonathan Fiebig übernimmt die Rolle von Florian Teuteberg, Joël Schnabel jene von Oliver Herren. Rund 30 Digitec-Mitarbeitende traten als Statistinnen und Statisten auf.
Was davon stimmt
Digitec haben 2001 drei Freunde gegründet; neben Teuteberg und Herren war Marcel Dobler beteiligt, heute FDP-Nationalrat, der sich später ganz aus dem Unternehmen zurückzog. Als Gründungsmotiv nennt das Unternehmen in seiner eigenen Darstellung das Fehlen bezahlbarer Gaming-Hardware in der Schweiz.
Den Investor gab es tatsächlich, im Film bleibt er namenlos, wegen der orangen Farbe aber als Migros erkennbar. Der orange Riese übernahm 2012 einen Anteil von 30 Prozent. Eine Rettungsaktion, wie im Film dargestellt, war das nicht: Digitec beschäftigte damals über 300 Mitarbeitende und betrieb nach eigenen Angaben den umsatzstärksten Onlineshop der Branche. Die Option auf eine Mehrheitsbeteiligung löste die Migros 2015 mit 70 Prozent der Aktien ein, im Verwaltungsrat blieben die Sitze paritätisch verteilt. Frei erfunden ist der Schluss. Teuteberg und Herren führen das Unternehmen weiterhin, als CEO und als Chief Innovation Officer. (nil)

