04.03.2021

Peter Düggeli

«Es fliessen keine Informationen zu SRF»

Bundesrat Ignazio Cassis hat den USA-Korrespondenten von SRF zum Kommunikationschef des Aussendepartements ernannt. Peter Düggeli tritt seine neue Stelle per April an. Der 50-Jährige über seinen neuen Chef, Workaholics und die Unihockey-Nationalmannschaft.
Peter Düggeli: «Es fliessen keine Informationen zu SRF»
Der USA-Korrespondent Peter Düggeli steht seit seiner Rückkehr aus Washington dem SRF-Newsroom für Analysen zur Verfügung – hier in der «Tagesschau»-Spätausgabe vom letzten Sonntag. (Bild: Screenshot SRF)
von Christian Beck

Herr Düggeli, Sie verlassen SRF und werden Kommunikationschef im Aussendepartement (persoenlich.com berichtete). Was reizt Sie daran?
Während meiner Zeit in den USA habe ich immer wieder erfahren, wie hoch angesehen unser Land, unser politisches System und unsere innovativen Firmen weltweit sind. Da spielt Kommunikation eine grosse Rolle. Und aus den Trump-Jahren kenne ich die Chancen, aber auch die Risiken der politischen Kommunikation für eine Demokratie. In diesen beiden Bereichen mitzudenken und mitarbeiten zu dürfen, das reizt mich.

Und welche Rolle an Ihrem Entscheid spielte das künftig vermutlich deutlich höhere Gehalt?
Keine.

Departementsvorsteher ist Ignazio Cassis. Hatten Sie mit ihm auch früher schon zu tun?
Sehr wenig. Ich erinnere mich einzig an ein ganz kurzes Interview in Washington rund um seinen damaligen Besuch bei US-Aussenminister Pompeo.

Sie kennen Cassis also noch nicht so gut. Dennoch: Was schätzen Sie an ihm?
Ich schätze sein Bestreben, die Schweizer Aussenpolitik den Herausforderungen einer sich stetig verändernden Weltlage anzupassen und so kurz- und langfristig die Interessen unseres Landes sowohl im Ausland als auch im Inland bestmöglich zu vertreten.

«Das passt doch ziemlich gut zum EDA»

Wurden Sie eigentlich angefragt oder haben Sie sich regulär um diese Stelle beworben?
Ich wurde angefragt.

Vor Ihrer Zeit bei SRF waren Sie unter anderem Wirtschaftsjournalist bei Cash. Wären Sie bei Guy Parmelin nicht besser aufgehoben?
Ich war auch mehrere Jahre Nationaltrainer der Unihockey-Nationalmannschaft der Herren, würde ich deswegen besser ins VBS passen? Und dann war ich ja jetzt fast sechs Jahre im Ausland, das passt doch ziemlich gut zum EDA. Es ist wie bei jeder Stellenbesetzung: Am Schluss müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer überzeugt sein, dass es ein guter «Fit» ist. Das war hier der Fall.

Tamedia-Bundeshausjournalist Markus Häfliger twitterte, dass mit Ihnen bereits vier Ex-SRF-Leute Kommunikationschefs der Bundesräte sein werden. Warum sind SRF-Journalisten so begehrt für diesen Job?
Da fragen Sie am besten dort nach, wo diese Personalentscheide gefällt wurden.

«Medien werden von den Bundesstellen gleich und fair behandelt»

Durch solche Personalentscheide rückt SRF immer näher an den Bundesrat und kann direkt aus dem Innern mit Informationen beliefert werden …
SRF rückt dadurch gar nirgends hin. Verpflichtungen von Angestellten enden mit dem alten und beginnen mit dem neuen Arbeitsvertrag. Die Vorstellung, es würden da Informationen zu SRF fliessen, ist schlicht falsch. Medien werden von den Bundesstellen gleich und fair behandelt. So habe ich das als Journalist immer erfahren.

Sie wechseln bereits Anfang April ins EDA. Müssen Sie dafür noch Kommunikationsausbildungen absolvieren?
Das ist nicht vorgesehen. 

Als Kommunikationschef eines Bundesrats werden Sie fast rund um die Uhr erreichbar sein müssen. Sind Sie ein Workaholic?
Ich habe 24/7 über die US-Politik unter Donald Trump berichtet und war sehr oft im Land unterwegs. Da war die Bereitschaft, ein Workaholic zu sein, fast ein «Must». Als ehemaliger Sportler und Radfahrer bei der Schweizer Armee bin ich auch sehr leistungsbereit. Und ich bin überzeugt, dass ich auf ein sehr gutes Team zählen kann.



Peter Düggeli studierte an der Universität Freiburg im Üechtland Geschichte und Englisch und schloss sein Studium 1999 mit einem Lizenziat ab. An der Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern absolvierte er zudem das Nachdiplomstudium Journalismus.

Der heute 50-Jährige ist seit 2010 bei Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) tätig, zuerst bei der «Tagesschau», später bei «10vor10». 2015 übernahm Düggeli von Arthur Honegger die TV-Korrespondentenstelle in Washington.



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Kommentare

  • Victor Brunner, 07.03.2021 08:54 Uhr
    Peter Düggeli «Es fliessen keine Informationen zu SRF». Peter Düggeli gibt ein Versprechen ab das er so nicht halten kann. Bern und Leutschenbach sind auf vielfältige Weise verzahnt. Auch das EDA. Und wenn der Chef gute Presse braucht, "Richtigstellungen oder Ergänzungen" wird aiuch Düggeli seine Kanäle nutzen!
  • Regula Kennel, 04.03.2021 07:17 Uhr
    gute geantwortet, Herr Düggeli! Sie kennen die Arbeitsweise der Journalisten udn können alle Fragen kontern...Sie brauchen kein Kommunikationstraining. Schade, verlieren wir Sie als Berichterstatter aus dem Ausland. Alles Gute und viel Erfolg beim EDA!
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