Die eidgenössischen Wahlen stehen vor der Tür – und damit die direkte Möglichkeit, Menschen mit Behinderung in der Schweiz eine stärkere politische Stimme zu geben, denn sie sind in Legislative und Exekutive auf allen Ebenen stark untervertreten. Inklusion kann so nicht hergestellt werden. Genau darauf spielt die von Pro Infirmis und Jung von Matt entwickelte Sensibilisierungskampagne mit dem Claim «Gewöhn dich dran» an.
Barrieren, die den Alltag prägen
Die Storytelling-Agentur Schroten und die Produktionsfirma Mattogrosso reichern die Kampagne mit unterschiedlichen Filminhalten auf Contentebene an. In vier mehrminütigen Videoporträts beantworten Ausdauersportlerin Celine van Till, Eventorganisator und Politiker Tobias Fankhauser, Schauspielerin Miriam Kotlaris und Autismus-Experte Matthias Huber die Frage, wie politische und gesellschaftliche Realitäten die Barrieren in ihrem Alltag prägen (siehe Videos unten).
Begleitend präsentiert die professionelle Paracyclerin und amtierende Weltmeisterin in der Einerverfolgung Flurina Rigling in einer zehnteiligen Social Media Serie diskursiv verankerte Beiträge an der Schnittstelle von Politik, Inklusion und ihrer eigenen Lebensrealität als Mensch mit Behinderung. Die Videos behandelten Themen wie Ableismus, das Zürcher Selbstbestimmungsgesetz oder die Hürden für Menschen mit Behinderung bei der politischen Partizipation.
Politische Botschaft vor den Wahlen
«Ziel der Content-Kampagne ist es, die Lebensrealität verschiedener Menschen mit Behinderung abzubilden», erklärt Fabienne Widmer, Kampagnenverantwortliche von Pro Infirmis. «Schroten und Mattogrosso ist es dabei gelungen, einen Eindruck davon zu vermitteln, wie vielfältig die Realitäten und damit auch die Herausforderungen sind, mit denen Menschen mit Behinderung tagtäglich konfrontiert sind. Es ist darum unabdingbar, dass sie in Bern besser repräsentiert werden, um der inklusiven Gesellschaft hierzulande endlich näherzukommen.»
In der Schweiz leben rund 1.7 Millionen Menschen mit Behinderung. Sie machen damit 22 Prozent der Bevölkerung aus. Aktuell teilen jedoch nur zwei Parlamentsmitglieder ihre Erfahrungen. Pro Infirmis engagiert sich aktiv für die Umsetzung der UNO-Behindertenrechtskonvention. Nach wie vor sind Menschen mit Behinderung in vielen Lebensbereichen deutlich benachteiligt – sei es im Arbeitsmarkt, im Bildungssystem, beim selbstbestimmten Wohnen oder eben in der Politik. Die Videos von Schroten vermitteln diese abstrakten Zusammenhänge auf einer menschlichen Ebene.
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Verantwortlich bei Pro Infirmis: Fabienne Widmer (Co-Leitung Kommunikation), Annina Sele (Kampagnenkoordination), Sandro Imhasly (Verantwortlicher Fotos & Social Media); verantwortlich bei Schroten: Adrian Schräder (Gesamtverantwortung), Sebastian Sele (Redaktion & Konzept), Flurina Rigling (Moderation und Redaktion), Filmproduktion: Mattogrosso GmbH, Benjamin Weiss (Produzent), Marc Bachmann (Kamera), Annika Fausch (Schnitt), Roland Frei (Tonmischung). (pd/nil)

