23.03.2007

Gute Aussichten für die PR-Branche

Die Schweizer PR-Profis blicken optimistisch in die Zukunft. Sie sind davon überzeugt, dass die Kommunikationsbudgets steigen. Auf die Löhne wirkt sich dies nicht aus, es wird erwartet, dass diese im Vergleich zum Vorjahr stabil bleiben. Zudem: Dumping und Phantasiepreise scheinen aus der Branche zu verschwinden. "persoenlich.com" präsentiert die "Branchenumfrage 2007" des Berufsregisters der Schweizerischen PR-Gesellschaft BR-SPRG.
Gute Aussichten für die PR-Branche

Das BR-SPRG hat seine Branchenumfrage in diesem Jahr zum vierzehnten Mal durchgeführt. 2007 beteiligten sich insgesamt 53 eingetragene Mitglieder (Vorjahr: 68) an der Evaluation. Davon entfallen 38 auf die AuftragnehmerInnen, 15 Fragebogen gingen von Seite der AuftraggeberInnen ein.

Positive Erwartungshaltung bei PR-Budgets

Zwei Drittel (66 Prozent) der führenden PR-Schaffenden, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sind überzeugt, dass die Budgets für PR-Aktivitäten im Jahr 2007 steigen werden. Im Jahr zuvor waren es noch rund 50 Prozent gewesen. Weitere 30 Prozent gehen von mindestens gleich bleibenden Ausgaben für PR-Dienstleistungen aus. Insgesamt erwarten damit mehr als 95 Prozent der Antwotenden höhere oder zumindest gleichbleibende Aufwendungen. Nach einigen eher schwierigen Jahren blickt die Schweizerische PR-Branche damit zum zweiten Mal in Folge mit beachtlichem Optimismus ins neue Jahr.

Diese positive Erwartungshaltung spiegelt sich auch in den Angaben zu den prozentualen Steigerungsraten: Fast zwei Drittel rechnen mit einer Zunahme der Budgets von mehr als 6 Prozent im laufenden Jahr. Im Vorjahr war es noch ein gutes Drittel gewesen. Jeder Fünfte geht sogar von einer Zunahme der Budgets zwischen 11 und 20 Prozent aus.

Für Thomas C. Maurer, Präsident der Berufsregisterkommission, wiederspiegeln diese Zahlen den allgemeinen konjunkturellen Aufschwung, wie er gegenüber "persoenlich.com" erläutert. "Ich denke aber auch, dass der Stellenwert der Kommunikation generell weiter steigt." Maurer glaubt nicht, dass Unternehmen bei schlechtem Geschäftsgang immer noch zuerst bei der Kommunikation sparen. "Die Branche, auch weil sie gelernt hat, den Mehrwert ihrer Angebote besser auszuweisen, ist resistenter geworden und wird dem nächsten kühlen Konjunkturwind wohl besser trotzen."

Keine grossen Veränderungen bei den Löhnen

Gegenüber dem Jahr 2006 werden bei den angemessenen Bruttojahreslöhnen (Medianwerte) der PR-Branche kaum Veränderungen prognostiziert. Einzig die Angaben im Sekretariatsbereich liegen leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Im Bereich Sekretariat/Assistenz liegt der grösste Teil der Jahresbruttolöhne im Bereich zwischen 55'000 und 65'000 Franken. Auch die Lohnskala für die PR-Fachleute mit eidg. Fachausweis zeigt weiterhin eine relativ breite Streuung. Die überwiegende Mehrheit hält Jahreslöhne zwischen 65'000 bis gegen 100'000 Franken für angemessen.

Der Median für die PR-Projektverantwortlichen mit fünfjähriger Berufserfahrung bewegt sich mit einem Bruttojahreslohn von 97’500 Franken auf dem Stand des Vorjahres. Im Vergleich zu den Ergebnissen von 2006 hat sich die Schere allerdings wieder ziemlich weit geöffnet und die höchsten Angaben sind mehr als doppelt so hoch wie die tiefsten.

Wie im Vorjahr liegt der Median für die Jahresbruttolöhne der PR-BeraterInnen bei 120'000 Franken. Auf diesen Bereich fallen auch die meisten Einzelantworten. Ein Monatslohn beträgt hier im Durchschnitt knapp 10'000 Franken, wobei sowohl nach unten aber mehr noch nach oben deutliche Abweichungen (3 Nennungen >160'000 Franken) sichtbar sind.

Im obersten Segment, bei den PR-Abteilungs- und BereichsleiterInnen (mit 5 Jahren Berufserfahrung in Führungsposition), ist eine gewisse Vereinheitlichung und Konsolidierung festzustellen. Das Salärband hier ist enger geworden und für mehr als zwei Drittel der Antwortenden liegen die adäquaten Vergütungen bei dieser Gruppe nun zwischen 130'000 und 180'000 Franken pro Jahr.

Stundensätze nur im obersten Segment gestiegen

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Stundensätzen, die im vergangen Jahr zum ersten Mal erhoben wurden. Die Medianwerte sind im untersten Segment PR-SekretärIn/AssistentIn leicht zurückgegangen (von 110 auf 100 Franken). Bei den PR-Fachrauen und –Männer ist er mit 150 Franken gleich geblieben, ebenso bei den Projektverantwortlichen (180 Franken) und den Beratern (220 Franken) Am anderen Ende der Skala sind sie leicht gestiegen und betragen für PR-AbteilungsleiterInnen und BereichsleiterInnen neu 280 Franken (Vorjahr: 275 Franken).

Bei den Budgets wird eine Steigerung erwartet. Auf die Löhne wirkt sich dies nicht aus, sie bleiben stabil. Thomas C. Maurer begründet: "Die Löhne waren seit Langem relativ gut in der Kommunikationsbranche. Zudem hat die grosse Zunahme der Ausbildungsangebote dazu geführt, dass laufend neue und fachlich relativ gut qualifizierte Leute auf den Markt kommen. Auch das hat zu einer gewissen Abflachung und Mässigung geführt."

Billig und Hochpreis-Dienstleistungen haben abgenommen

Die durchschnittlichen Preise für PR-Dienstleistungen sind im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert geblieben. Gleichzeitig sind die Preisspannen zurückgegangen. Ausgesprochene Billigangebote ebenso wie sehr hohe Preise für Dienstleistungen wie Medienkonferenzen, Firmenbroschüren, Webkonzepte oder Kommunikationsstrategien haben eindeutig abgenommen.

Für Thomas C. Maurer ein Zeichen dafür, dass die professionellen Vertreter der Branche insgesamt realistischer geworden sind. "Qualität hat ihren Preis. Dumping hat keine Zukunft und öffnet im Einzelfall eine Downturn-Spirale, die, einmal in Gang gekommen, kaum mehr aufzuhalten ist." Auf der andern Seite seien Phantasiepreise ganz einfach "out" und würden von den Kunden zunehmend in Frage gestellt.

So muss beispielsweise ein Auftraggeber für eine nationale Medienkonferenz laut 55 Prozent der Befragten mit einem Aufwand von zwischen 15'000 bis 20'000 Franken rechnen. Für die Ausarbeitung eines PR-Jahreskonzepts mit detailiertem Massnahmenplan muss ein mittelgrosses, national tätiges Unternehmen nach Ansicht von 80 Prozent der Umfrageteilnehmer mit einer Preisspanne von 15'000 bis 25'000 Franken kalkulieren.


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