Die Schweizer Journalisten geben den Medienstellen von Unternehmen die Noten "gut bis sehr gut". Kritischer beurteilen die Medienschaffenden die Kommunikation von Verwaltungen und NGOs. Dies ergab eine Studie, welche am Farner Forum "PR und Journalismus -- zwischen Kooperation und Konfrontation" vorgestellt wurde
Die von Farner PR vorgestellte Studie wollte aus Sicht der Journalisten die Qualität der Kommunikationsleistungen von Schweizer Unternehmen und Verwaltungen messen. Dazu befragte das Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM) der Zürcher Hochschule Winterthur zusammen mit Farner PR insgesamt 451 Wirtschafts- und Politik-Journalisten in allen Sprachregionen der Schweiz.
Medienstellen liefern solide Grundinformationen
Die befragten Journalisten vertreten die Meinung, dass ihre Arbeit durch den Einbezug von Medienstellen zwar fairer und vollständiger werde, nicht aber informativer oder origineller. Medienstellen liefern solide Grundinformationen, nicht mehr, so eine Schlussfolgerung der Studie.
Die Medienstellen der Unternehmen leisten heute eine hochprofessionelle Arbeit, meinen die Schweizer Journalisten. Mehr als 90 Prozent der Befragten bezeichnen Medienstellen für ihre journalistische Arbeit als "sehr wichtig" oder "wichtig".
Die Arbeit der Medienstellen von Verwaltungen und Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) wird vor allem von den Deutschschweizer Journalisten schlechter beurteilt als die Kommunikation von Unternehmen.
Medien wünschen mehr Kontakt mit höheren Funktionsträgern
Laut der Studie möchten die Medienschaffenden mehr Kontakt mit höheren Funktionsträgern in einer Organisation. Journalisten aus der lateinischen Schweiz wünschen stärker als ihre Kollegen aus der Deutschschweiz den Kontakt zu Kommunikationsspezialisten (Pressesprecher, Leiter Investor Relations, PR-Agentur). Deutschschweizer dagegen suchen vermehrte Kontakte mit VR-Präsidenten, Firmenchefs und Fachexperten.
Blogs spielen (noch) keine wichtige Rolle
Medienmitteilungen von Unternehmen und Organisationen werden von den Befragten vor allem dann negativ beurteilt, wenn das Thema nach Meinung der Journalisten uninteressant und werberisch ist oder die Mitteilung zu wenige Fakten enthält.
Journalisten schätzen Informationsformate, in denen sie eine aktive Rolle spielen können, wie Interviews oder persönliche Gespräche. Weniger beliebt sind dagegen laut IAM-Studie diejenigen Formate, die stärker von Medienstellen geprägt sind: Fachartikel, Pressereisen oder Corporate Blogs.

