Grossunternehmen baut ab -- diesmal nicht beim Personal, sondern -- bei der Personalzeitschrift. Diese Information wurde Anfang des Jahres verkündet. Doch wie sieht der allgemeine Trend aus? Wird die externe Kommunikation professionalisiert und die Interne minimiert?
Eine Studie des Instituts für Wirtschaftskommunikation der Hochschule für Wirtschaft HSW Luzern ging der Umsetzung und dem Stellenwert der Internen Kommunikation in der Schweiz nach und führte dazu eine Online-Befragung bei über 1000 Unternehmen aus den verschiedensten Branchen durch. Die Rücklaufquote von hohen 26 Prozent (313 Antworten) zeigt die Wichtigkeit der Thematik auch für Kommunikationsschaffende in der unternehmerischen Praxis.
Etablierung der internen Kommunikation
Die interne Kommunikation ist zu einer der wesentlichen Aufgaben der Unternehmensführung geworden. In den Unternehmen, die zuständige Personen für interne Kommunikation beschäftigen (90 Prozent der Befragten), sind 40 Prozent der Verantwortlichen in der Geschäftsleitung angesiedelt.
Umsetzung über verschiedene Instrumente
Nicht nur die Relevanz wurde analysiert, sondern auch die Verwendung der Instrumente oder Medien der internen Kommunikation. Ein interessantes Resultat zeigt sich vor allem beim Vergleich von Print- und elektronischen Medien: 45 Prozent der Unternehmen geben an, mehr elektronische als herkömmliche Medien für die interne Dialogführung zu verwenden, bei 30 Prozent ist die Verwendung ausgewogen. Vor allem das Intranet übernimmt die Funktion der herkömmlichen Medien. Das Intranet wird in 52.4 Prozent der befragten Unternehmen bereits täglich oder wöchentlich aktualisiert.
Die Verwendung der Instrumente hängt von der Grösse des Unternehmens ab. So verwenden 68.4 Prozent der KMU nur zwischen einem und fünf Instrumenten. Dies sind vor allem Mitarbeitergespräche, Informationen via E-Mail und Events. Hingegen benutzen rund 65 Prozent der Grossunternehmen acht und mehr Instrumente.
Strategisch wenig fundiert
Nach wie vor ein Knackpunkt sind strategische Fragen. So geben nur gerade 46 Prozent der Befragten an, über ein schriftliches Konzept für die interne Kommunikation zu verfügen. Dies ist einerseits evolutionär hoch, da die Interne Kommunikation ein Bereich ist, der ad-hoc-mässig gewachsen ist. Aber andererseits auch gering, da die interne Kommunikation vom Leitbild und der Strategie des Unternehmens abgeleitet werden sollte.
Der Trend bei der internen Kommunikation schlägt dieselbe Richtung ein wie derjenige der grossen Schwester, der externen Kommunikation: Sie sind beide Chefsache. Die Qualität der internen Kommunikation wird in den Unternehmen besser beurteilt, in denen die Geschäftsleitung direkt in die interne Kommunikation involviert ist.

