Die Anforderungen an das Kommunikationsverhalten von Behörden und Verwaltungen steigen stetig. Einwohner, Interessengruppen und Medien erwarten eine aktuelle, professionelle und transparente Information über die Dossiers und Sachgeschäfte. vector communications hat das Kommunikationsverhalten der Zürcher Gemeinden untersucht.
Die Befragung gibt Auskunft über Kommunikationsverhalten und -planung von Gemeinden im Kanton Zürich. Das Gros der antwortenden Gemeinden stellten Kommunen bis 5'000 Einwohner, gefolgt von Gemeinden bis zu 10'000 Einwohner. Dies widerspiegelt laut vector die Gemeindestruktur im Kanton Zürich und lässt deshalb auch Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Gemeinden dieser Grössenordnung im Kanton Zürich zu.
Wenig Fachleute
Kommunikation wird als Bestandteil übergeordneter Pflichtenhefte gepflegt. In den wenigsten Gemeinden befassen sich ausgebildete Fachleute mit der Kommunikation. Die Verantwortung liegt zumeist bei den Gemeindeschreibern und/oder bei den Gemeindepräsidenten. Dies alleine lässt selbstverständlich noch keine Wertung zu wohl aber, dass mehr als ein Viertel der Gemeinden im Kanton Zürich bezüglich strategischer Kommunikation "von der Hand in den Mund" lebt.
Ein Drittel der planenden Gemeinden orientieren sich hinsichtlich Planung am Kalenderjahr, 12 Prozent an der Legislaturperiode. Nur rund die Hälfte der planenden Gemeinden bemühen sich nebst der strategischen auch um die operative Kommunikationsplanung. Aktualität und Sitzungsdaten der Exekutive statt eine politische Traktandenliste bestimmen in der Regel Zeitpunkt und Rhythmus der Informationstätigkeit.
Wenig politischer Gestaltungswille erkennbar
In der Kommunikationsführung der Gemeinden kommt mithin wenig politischer Gestaltungswille zum Ausdruck. Dies bestätigt sich auch in der Wahl der Informations- und Kommunikationsmittel. Tagesaktuell hat das amtliche Publikationsorgan die Nase vorn, dicht gefolgt von der Website, die, ein klassisches Hol-Medium, wenig geeignet ist, meinungsbildend zu wirken. In der übrigen Öffentlichkeitsarbeit fällt auf, dass den Absichten der Behörden deutlich mehr Gewicht beigemessen wird als den Resultaten der Exekutivtätigkeit. I
mageinstrumente haben deshalb ein weit höheres Gewicht als Berichte über die Resultate der Behördenarbeit. Kommuniziert wird bei Bedarf. Die Pflege der Medienkontakte erfolgt situativ und in der Regel nicht geplant. Die Resultate der Medienarbeit werden kaum ausgewertet. Ein Issues Management findet nicht statt. Externe Kommunikationsberater werden nur in seltenen Fällen und hauptsächlich situativ beigezogen, wobei sich der Beizug in strategischen bzw. operativen Fragen etwa die Waage hält. Eine permanente Beratung wird kaum und wenn, dann in strategischen Fragen beansprucht.

