27.04.2005

Bund

Oswald Sigg ist neuer Bundesratssprecher

Wahl Siggs wird im Tessin scharf kritisiert.

Der Bundesrat hat zwei neue Vizekanzler gewählt. Bundesratssprecher und Nachfolger von Achille Casanova wird Oswald Sigg, wie die Bundeskanzlei mitteilte. Als Nachfolgerin von Hanna Muralt Müller wurde Corina Casanova ernannt. Die beiden treten ihre Posten am 1. August an. Die Ernennung wird von den Parteien mehrheitlich begrüsst. SP und CVP sehen sich von den Gewählten vertreten. Kritik kommt von der SVP.

Die SVP ist "nicht glücklich" über die Wahl von Oswald Sigg. Sie befürchtet, dass der neue Bundesratssprecher nicht mit der gebotenen politischen Neutralität informiere, sagte Generalsekretär Gregor Rutz auf Anfrage. Die SVP bemängle schon heute die Information des Bundesrates.

Die SP begrüsst die Ernennung des Sozialdemokraten Oswald Sigg zum neuen Bundesratssprecher. Die Partei habe mit Freude davon Kenntnis genommen, sagte Parteisprecher Jean-Philippe Jeannerat. Sie sei sehr zufrieden, dass Siggs persönliche Qualitäten und berufliche Kompetenzen auf diese Weise anerkannt würden.

Die CVP ist ihrerseits zufrieden, dass sie mit Corina Casanova, die der Partei nahe steht, in der Bundeskanzlei vertreten bleibt. Corina Casanova zeichne sich durch grosse politische Erfahrung und gute Kenntnisse der Bundesverwaltung aus, sagte CVP-Sprecherin Monika Spring.

Die FDP stört sich nicht an der politischen Herkunft der Gewählten: Nicht das Parteibuch, sondern die Fähigkeit und die Persönlichkeit seien für einen Vizekanzler und eine Vizekanzlerin entscheidend, kommentierte FDP-Generalsekretär Guido Schommer. Beide Neugewählten erfüllten diese Voraussetzung.


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