02.12.2008

USA

Populäre Medienindustrie bringt keinen Imagegewinn

Nation trotz dominierender Unterhaltungsbranche unbeliebt.

Die US-Unterhaltungsindustrie hat sich weltweit erfolgreich etabliert und prägt den Medienkonsum auf allen Kontinenten. Trotzdem ist das Image der USA in Übersee weiterhin überwiegend schlecht. Kurz nach 9/11 hatten sich die führenden Köpfe Hollywoods mehrmals mit Regierungsvertretern darüber beraten, wie das Bild der USA mittels TV- und Kinoproduktionen im Ausland verbessert werden könnte. Dabei stand die Einführung amerikanischer Sendungen und Formate nicht zuletzt in muslimischen Ländern im Mittelpunkt.

Ziel war es, die öffentliche Meinung zugunsten der Vereinigten Staaten zu beeinflussen. Den Medienunternehmen ist es infolge tatsächlich gelungen, der amerikanischen Popkultur international zu einem Boom zu verhelfen, wie die "New York Times" berichtet. Die Meinungen über die USA selbst blieben allerdings bis heute sehr durchwachsen.

TV-Serien wie "CSI" sind in Frankreich inzwischen beliebter als in den USA selbst. Hollywood-Blockbuster spielen nicht selten mehr Geld ausserhalb ihres Produktionslandes ein und auch in der islamischen Welt hat sich die amerikanische Kultur in den vergangenen Jahren zunehmend über die Medien verbreitet. Trotzdem blieb das Image der Nation laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Pew in den 24 untersuchten Ländern überwiegend negativ. Die kulturelle Popularität der USA liess sich bisweilen nicht in Sympathien für das Land selbst ummünzen.

Batman ist Batman, egal wer im Weissen Haus sitzt

Vor dem Hintergrund der vergangenen acht Jahre Bush-Regierung hat das Ansehen der Vereinigten Staaten im Ausland kontinuierlich abgenommen, während die Attraktivität amerikanischer Popkultur aufrecht geblieben ist. "Batman ist Batman, egal ob Bush im Weissen Haus sitzt oder nicht", meint Jeffrey Schlesinger, Chef des internationalen TV-Geschäfts bei Warner Brothers.

Batman werde auch unter Obama immer noch Batman sein. Dieser allerdings hatte im Zuge seiner Präsidentschaftskampagne im Ausland gerade auf dieses angeschlagene Image der USA hingewiesen und zum Thema gemacht. Meinungsforscher stehen nun vor der grossen Frage, welchen Langzeiteffekt die scheidende Bush-Regierung hinterlassen wird.

Die Umfragewerte der USA sind im Ausland laut einer Erhebung der University of Maryland kurz vor den Wahlen mit der Aussicht auf einen Präsidenten Obama zwar leicht gestiegen. "Wir befinden uns hier aber noch lange nicht in der Nähe positiven Territoriums", meint Steven Kull, Leiter der Studie. (pte)


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