Die Public Relations-Branche ist im Aufschwung: 2005 verzeichneten die Agenturen ein Wachstum von gegen 3 Prozent. Stark zunehmende Anfragen von Neukunden in den letzten sechs Monaten stimmen die Branche zuversichtlich für 2006, wie der Bund der Public Relations Agenturen der Schweiz an am Freitag an seiner Jahresmedienkonferenz mitteilte.
Das Nettohonorarvolumen wuchs im vergangenen Jahr um 2.9 Prozent und die Zahl der Mitarbeitenden nahm um 1.8 Prozent zu. "Das stimmt nach drei eher schwierigen Jahren hoffnungsvoll", so der BPRA. Er zeichnet ein Bild einer stark veränderten Branchenstruktur: Sieben Agenturen erscheinen nicht mehr auf der Marktstatistik. Dies hat zur Folge, dass die Statistik nur mehr einen Markt von 61.5 Mio. Franken Nettohonorarvolumen abbildet. Noch im Vorjahr betrug dieses 81.2 Mio. Franken. Der pro Kopf-Ertrag hielt sich praktisch unverändert auf 220'000 Franken. Er verharrt damit seit 1998 auf praktisch derselben Produktivität -- für den BPRA ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Agenturen ihr Geschäft solide führen.
Farner bleibt grösste PR-Agentur der Schweiz
Agenturen unterschiedlicher Grösse ergeben eine weitgehend ausgeglichene Marktstruktur. Das bislang fehlende Mittelfeld hat sich laut der Statistik von oben wie unten geschlossen. Die fünf grössten Agenturen erzielten Nettohonorarerträge zwischen CHF 5.5 und 11.2 Mio. Mit insgesamt CHF 41.4 Mio. halten sie einen Marktanteil von 67 Prozent. Peter P. Knobel, neu gewählter Präsident des BPRA, erklärt das Streben der Agenturen nach einem der vorderen Plätze auf der Rangliste aus der damit einhergehenden Chance, vermehrt Anfragen für komplexe und entsprechend lukrative Mandate zu erhalten. "Wachsende Ansprüche der PR-Auftraggeber und der zunehmende Druck zu einem umfassenden Qualitätsmanagement erfordern eine gewisse Mindestgrösse einer PR-Agentur", so Knobel. Kleinstagenturen hätten es da schwierig mitzuhalten, es sei denn sie nehmen mit lokalen Aufgaben vorlieb.
An der Spitze der Rangliste der Nettohonorarerträge steht unverrückt Farner Consulting mit 11.2 Mio. Franken, gefolgt von Burson-Marsteller. An dritter Stelle rangiert Peter Bütikofer & Company mit 8.4 Mio. Franken, gefolgt von Trimedia. Und an fünfter Stelle schliesslich liegt erstmals eine Agentur ausserhalb des PR-Mekkas Zürich, freicom St. Gallen mit 5.5 Mio Franken Honorarerträgen. Burson-Marsteller und Trimedia ist es aufgrund des Sarbanes-Oxley Act verwehrt, ihre Honorarerträge öffentlich zu machen.
Nicht mehr in der Marktstatistik erscheinen laut BPRA Wirz Corporate und Mediapolis -- zwei Agenturen, die sich aus dem klassischen PR-Beratungsmarkt zurückgezogen haben --, ferner Zahner & Partner wegen Fusion mit Trimedia Communications, DBCOM wegen Geschäftseinstellung, sowie die drei Agenturen PLEON c-matrix, Creafactory und idtcom Hugo Schmidt aus kommerziellen Gründen.
Zuversicht im laufenden Jahr

