Die Credit Suisse hat Kommunikationsfehler bei der Lösung des Falls mit wertlos gewordenen Lehman-Brothers-Papieren eingeräumt. Die Kommunikation mit den betroffenen Kunden, aber auch mit einer breiteren Öffentlichkeit sei ungenügend gewesen. Das sagte CS-Vizepräsident Urs Rohner in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der "Berner Zeitung". Die CS habe sich anfänglich sehr zurückgehalten und ihre Massnahmen und Haltung nicht genügend erklärt.
"Inhaltlich, glaube ich, sind wir ziemlich schnell gewesen. Weltweit gibt es keine Bank, die so vielen Leuten derart weitgehend entgegengekommen ist", erklärte Rohner. Nachdem die CS zunächst rund 1300 Kunden der scheinbar "kapitalgeschützten" Anlagen ein Angebot gemacht habe, "haben wir jeden Einzelfall angeschaut". Das habe einige Zeit gedauert. Von der schliesslich mit der Westschweizer Konsumentenorganisation Fédération Romande des Consommateurs getroffenen Lösung profitierten 3700 Kunden.
Die Credit Suisse hat einige Lehren gezogen: "Als Folge des Falls Lehman haben wir unsere Verkaufsprozesse und das Marketing nochmals überprüft. Genauer angeschaut haben wir vor allem die Frage, welche Produkte wir welchen Kunden in Zukunft anbieten werden", sagte Rohner. (sda)

