06.12.2006

Umfrage

Schweizer mit Kommunikation der Chefs unzufrieden

Nur die Hälfte erhält Anerkennung für gute Leistung.

Schweizer Arbeitnehmende sind grundsätzlich zufrieden mit ihren Chefs. Bei der Kommunikation besteht alledings noch Verbesserungspotenzial. Das hat eine Umfrage von Kelly Services ergeben. Der Kelly Global Workforce Index wurde in 28 Ländern weltweit durchgeführt -- in der Schweiz wurden 2500 Personen befragt. Ziel war es, Meinungen und Einstellungen zu Vorgesetzten zu erfassen. Die Bewertungsskala betrug 1-10 (1: sehr schlecht, 10: sehr gut).

Mangelnde Kommunikation als grösster Nachteil

Schweizer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen die grössten Probleme ihrer Vorgesetzten in der Kommunikation (je 6 Punkte). Dieses Phänomen ist auch international festzustellen. Bessere Noten erhalten sie für das Delegieren von Aufgaben, für die Führungsqualitäten und den Teamgeist. In allen vier Beurteilungspunkten sind junge Arbeitnehmende bis 24 Jahre am meisten zufrieden.

Nur gerade 18.8 Prozent der Befragten werden für gute Leistungen in Form von Anerkennung regelmässig gelobt. Bei 32.6 Prozent werden gute Leistungen ab und zu anerkannt, und fast 40 Prozent werden nie oder fast nie gelobt. Hier besteht noch Verbesserungspotenzial.

Mit einem Gesamtdurchschnitt von 6.6 Punkten stehen die Schweizer Chefs auf internationaler Ebene an 17. Stelle. Innerhalb Europas sind sie an siebter Stelle nach Irland, Belgien, Holland, England Norwegen und Russland. Die schlechtesten Noten erhielten die Vorgesetzten in Italien, Schweden und der Türkei.

Unterschiede bei den Altersgruppen

Schweizer Frauen und Männer beurteilen ihre Chefs in einzelnen Kriterien praktisch identisch. Jedoch bestehen Unterschiede in den verschiedenen Altersgruppen; mit zunehmendem Alter wird die Beurteilung kritischer. Jüngere Schweizer Arbeitnehmende in der Altersgruppe von 16 – 35 Jahren bewerten ihre Vorgesetzten durchwegs positiver als ältere Kollegen. Am schlechtesten schneiden die Chefs in allen vier Beurteilungskriterien in der Altersgruppe ab 55 Jahre ab.

Auf die Frage ob ein Mann oder eine Frau der bessere Vorgesetzte sei, erklärten 74,5 Prozent der Befragten, dass das Geschlecht keine Rolle spiele; 17 Prozent bevorzugen einen männlichen Vorgesetzten und 8 Prozent einen weiblichen Chef. Signifikante Unterschiede in der Beurteilung von Frauen bestehen jedoch in den verschiedenen Altersgruppen. Bei den 25 - 34Jährigen bevorzugen nur knapp 7 Prozent eine Frau als Vorgesetzte; in der Gruppe ab 55 Jahre sind es nur 3,8 Prozent.


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