06.07.2007

Pleon C-Matrix Zürich/Genf

Unschöne Trennung

Die Hintergründe zum Split der Agenturen.

Am Donnerstag teilte Pleon C-Matrix Genf in einem Communiqué mit, ab sofort unter dem Namen pga communication zu firmieren. Von der Bewahrung von Unabhängigkeit und Werten war da die Rede. Und: alles soll beim alten bleiben. Gleiche Kunden, gleiche Mitarbeiter, gleiche Anschrift -- nur der Name soll sich ändern. Zu den Hintergründen liess man sich nicht aus. Was war passiert?

Kollaboration und Co-Branding

2001 suchte die damalige C-Matrix Baar einen Kooperationspartner in der Westschweiz. Man wurde sich mit der Genfer Agentur Syntagme unter der damaligen Leitung von Luc Giacobino einig, die fortan unabhängig von Baar unter dem Namen C-Matrix Genève SA operieren sollte. Das Baarer Büro sollte so von der langjährigen Verankerung der Genfer Agentur in der Westschweiz profitieren können, und die ehemalige Syntagme SA vom Namen C-Matrix. 2005 kam es dann zum Co-Branding zwischen dem europäischen Agenturnetzwerk Pleon, der Deutschschweizer C-Matrix und der Genfer C-Matrix.

Nun ist die Zusammenarbeit mit den Genfern unter dem jetzigen Agenturchef Laurent Paoliello beendet. Laut Alfred Köcher, CEO Pleon Schweiz, habe man den Co-Branding-Vertrag mit Genf per Ende Juni gekündigt. Pleon C-Matrix wolle eine eigene Niederlassung in Genf gründen. Dafür werde Jean-Francois Cancel, derzeit Leiter der Pariser Pleon Filiale, als Managing Director eingesetzt, wie Köcher gegenüber "persoenlich.com“ erklärt. Man habe all dies in Kürze kommunizieren wollen. Eigentlich sogar in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die Anwälte haben das Wort

Wie Recherchen von "persoenlich.com“ ergeben, dürfte eine gemeinschaftliche Kommunikation zum Ende der Zusammenarbeit jedoch eine Illusion sein. Längst findet ein Austausch zwischen den beiden Agenturen ausschliesslich über Anwälte statt.

Mit seiner Meldung über das Ende der Zusammenarbeit von Donnerstag ist der ehemalige Kollaborationspartner nun in die Offensive gegangen. Gegenüber "persoenlich.com“ sagte eine Sprecherin der pga, die Distanzierung zum Zürcher Büro wäre nach Unstimmigkeiten auf Direktionsebene über die weitere Zusammenarbeit der beiden Büros erfolgt.

Das Zürcher Büro habe laut pga versucht, die Kollaboration vorzeitig aufzukündigen und hatte bereits ein eigenes Büro in Genf eröffnet. Auf Intervention der Genfer und deren Anwälten wurde das Büro jedoch wieder geschlossen, da dies gegen die Kooperationsvereinbarung verstossen hätte. Zudem habe Zürich den Kontakt sowohl zu Kunden als auch zu Mitarbeitern der Genfer Agentur gesucht. Für pga eine "inakzeptable Verhaltensweise“, weshalb man sich zur Regelung dieser Unstimmigkeiten geeinigt habe, den Fall von den Anwälten der beiden Parteien verhandeln zu lassen. Es sei jedoch leider zu keiner gemeinsamen Einigung gekommen.

Für die Genfer bedeutet das Ende der Zusammenarbeit mit Zürich auch das Ausscheiden der Agentur aus dem europäischen Netzwerk Pleon. Die pga bedaure dies sehr, zumal die Zusammenarbeit mit dem europäischen Partner "exzellent“ gewesen sei.

(Text: Catharina Steiner)


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