25.10.2019

Volvo Art Session 2019

Wenn der Mensch zum Cyborg wird

Die diesjährige Ausgabe beschäftigt sich mit dem technologischen Fortschritt und der «Cyborgisierung».
Volvo Art Session 2019: Wenn der Mensch zum Cyborg wird
Die Volvo Art Session 2019 beschäftigt sich mit dem digitalen Fortschritt aus künstlerischer Sicht. (Bild: zVg.)

Rund 600 geladene Gäste fanden sich am Donnerstag im Zürcher Schiffbau ein, um die Eröffnung der Volvo Art Session 2019 mitzuerleben. Die diesjährige Ausgabe steht im Zeichen des technologischen Fortschritts und hat die «Cyborgisierung» des Menschen zum Thema, wie es in einer Mitteilung heisst. Highlight des Eröffnungsabends war der Auftritt Neil Harbissons, des ersten staatlich anerkannten Cyborgs der Welt (persoenlich.com berichtete). Harbisson demonstrierte seine übermenschlichen Fähigkeiten und diskutierte gemeinsam mit Futurist Gerd Leonhard über Potenzial und Gefahren der Verschmelzung von Mensch und Maschine. Ferner konnten die Gäste digitale Kunst der international gefeierten Kunstschaffenden Refik Anadol und Christopher Bauder erleben. Die Ausstellung der Volvo Art Session, unter Anwesenheit Harbissons, Leonhards und der Künstler, ist am Freitag frei zugänglich.

Cyborgs, eine Mischung aus Mensch und Maschine, kommen längst nicht mehr nur in Science-Fiction-Filmen vor. Ob Computerchips unter der Haut oder Antennen im Kopf: Die Möglichkeiten der modernen Technologie scheinen zunehmend unbegrenzt. Diese Entwicklung wirft eine Vielzahl von gesellschaftlichen und ethischen Fragen auf. Die wichtigsten davon wurden im Rahmen der diesjährigen Volvo Art Session unter dem Leitmotiv «Human meets Digital – High tech under my skin?» diskutiert. Auf der Bühne demonstrierte Cyborg Neil Harbisson nicht nur seine übermenschlichen Fähigkeiten – das Hören von Farben –, sondern plädierte generell für eine zunehmende Verschmelzung von Mensch und Technologie. Ihm gegenüber stand der renommierte Futurist Gerd Leonhard, der die Chancen und Risiken der Cyborgisierung kritisch analysierte und sich für eine stärkere Kultivierung des Menschlichen aussprach.

Immersive Kunst von Refik Anadol und Christopher Bauder

Refik Anadol, ein Pionier auf dem Gebiet der digitalen Kunst, zeigt die beiden Werke «Melting Memories» und «Infinity Room». Anadol nutzt Daten, um die Grenzen von Zeit und Raum zu verschieben und so eindrückliche visuelle Erlebnisse zu schaffen. Der bereits mehrfach prämierte, türkischstämmige Kunstschaffende, Designer und räumliche Denker wurde unmittelbar vor der Volvo Art Session an der Biennale in Florenz mit dem «Lifetime Achievement Award» ausgezeichnet.

Erneut an der Volvo Art Session zu Besuch ist der Berliner Künstler Christopher Bauder, der einen Auszug aus der audiovisuellen Lichtinstallation «SKALAR» präsentierte: eine 3D-Skulptur, die aus kinetisch bewegten Spiegeln besteht, welche mit fokussierten Lichtstrahlen bespielt werden. Eine Komposition aus elektronischer Musik von Elektro-Produzent und DJ Kangding Ray ergänzt die Installation und verschaffte dem Publikum ein dramaturgisches Erlebnis aus Licht und Klang.

«Der Eröffnungsabend war spannend und inspirierend», lässt sich Natalie Robyn, Managing Director bei Volvo Schweiz, in der Mitteilung zitieren. «Der Diskurs rund um die Thematik‚ Mensch und Digitalisierung konnte weiter vertieft werden. Auch wenn mich Neil Harbissons Ansichten zum Thema Cyborgs faszinieren, so gehe ich auch mit Gerd Leonhard einig: Der Mensch sollte sich Technologie zunutze machen, dabei aber auch die Grenzen deren Entwicklung definieren. Denn der Mensch muss im Zentrum bleiben. Dies ist auch unsere Maxime bei Volvo. Wir wollen neue Technologien nur dann einsetzen, wenn sie unser Leben besser, einfacher und sicherer machen.» (pd/lol)



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