25.02.2020

Interne Kommunikation

Wie Firmen über das Coronavirus informieren

Desinfektionsmittel anbieten und Reisen einschränken? Oder besser schweigen? Firmen müssen ihre Mitarbeiter schützen, ohne unnötige Ängste zu schüren. Wie geht das? Wir haben bei Migros, Allianz, SRF, Ringier, CH Media, JvM/Limmat, Furrerhugi und Facebook nachgefragt.
Interne Kommunikation: Wie Firmen über das Coronavirus informieren
Ein Schild in einer Apotheke in Chiasso weist am Dienstag darauf hin, dass keine Schutzmasken mehr erhältlich sind. (Bild: Keystone/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)
von Christian Beck

In der Schweiz ist erstmals ein Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Das gab der Bund am Dienstag bekannt. Immer mehr Firmen machen sich für den Notfall bereit:


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«Die Sicherheitskoordination von SRF beobachtet die Lage und steht in täglichem Austausch mit den anderen Unternehmenseinheiten und der SRG», so Daniel Knoll, SRF-Stabschef und Risikomanager sowie Chief Security Officer ad interim. Der Situation entsprechend werde derzeit geprüft, wann und wie Vorbereitungen zu treffen seien, um mögliche Massnahmen ergreifen zu können. «Bei SRF wird derzeit täglich ein Lageupdate vorgenommen. Behörden, Gesundheitswesen und die Verantwortlichen bei SRG und SRF sind sich einig, dass es in der aktuellen Situation nicht angezeigt ist, konkrete Massnahmen, die über eine sorgfältige individuelle Handhygiene hinausreichen, zu ergreifen.» Hierzu seien den Mitarbeitenden diverse Merkblätter zu den Stichworten «Reinigung unpersönlicher Arbeitsplätze», «Hygienemassnahmen» und «Händedesinfektion» zur Verfügung gestellt worden. Als konkrete Massnahme seien Handdesinfektionsspender an den Empfängen der SRF-(Haupt-)Standorte aufgestellt worden.




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«Der Schutz aller Mitarbeitenden hat für Ringier oberste Priorität. Es ist uns ein zentrales Anliegen, unsere Mitarbeitenden gegen die Auswirkungen einer Pandemie am Arbeitsplatz zu schützen», so Ringier-Sprecherin Alina Bolz. Aktuell habe Ringier deshalb eine internationale Taskforce eingeführt, die sich über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg stetig zu den laufenden Entwicklungen austausche sowie in Szenarien plane, um dementsprechend schnell zu reagieren. Die zwei Bereiche Human Resources und Corporate Communications haben am Montag eine interne Kommunikation mit den ab sofort geltenden Präventionsmassnahmen sowie Vorsichtsmassnahmen an alle Ringier-Mitarbeitenden versendet – unter anderem heisst es da: Geschäftsreisen in die betroffenen Gebiete müssen vorgängig beim HR angemeldet und genehmigt werden; Alle Reisenden, die ab jetzt aus den betroffenen Gebieten anreisen oder zurückkehren, müssen 14 Tage Homeoffice betreiben. «Zudem weist Ringier alle Mitarbeitenden auf die Befolgung der vom Bundesamtes für Gesundheit definierten Vorsorgemassnahmen und Hygieneregeln hin», so Bolz. «Auf jedem Stockwerk haben alle Mitarbeitenden stets direkten Zugriff auf Handdesinfektionsmittel. Dieses ist sowohl im Ringier-Pressehaus als auch im Medienpark von Ringier Axel Springer Schweiz Teil der Grundausstattung und immer für alle vorhanden.»




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«CH Media nimmt selbstverständlich den Schutz der Mitarbeitenden ernst, verfolgt die Meldungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG aufmerksam, hält die Mitarbeitenden auf dem Laufenden und wird allfällig empfohlene Massnahmen umsetzen», sagt CH-Media-Sprecher Stefan Heini. «Gleichzeitig sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund, unnötig panisch zu reagieren. Es gelten vorerst dieselben Vorsichts- und Hygienemassnahmen wie hinsichtlich der saisonalen Grippe. Weitere Massnahmen diskutieren wir laufend.»




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«Medial beschäftigt uns Corona seit Montagfrüh sehr intensiv, es erreichen uns zahlreiche interne und externe Anfragen», so Migros-Sprecher Marcel Schlatter. Hinter den Kulissen habe die Migros-Gruppe bereits vor drei Wochen einen Krisenstab gebildet. «In einer ersten Phase ging es darum, Reiseempfehlungen für Geschäftsreisen zu erarbeiten und kurze Verbindungswege des Krisenstabsorganisation zu allen Genossenschaften und Unternehmen der Migros-Welt sicherzustellen. Mittlerweile sorgen wir dafür, dass die Migros ihrem Versorgungsauftrag während einer möglichen Pandemie gerecht wird. Auch arbeiten wir an Lösungen für zu erwartende Probleme in der (weltweiten) Logistik.» Die Migros stehe seit Beginn in einem engen Austausch mit dem Bundesamt für Gesundheit. Mitarbeitende in der Schweiz und insbesondere in den Filialen müssten zurzeit keine speziellen Massnahmen treffen. «Das Tragen von Hygienemasken oder Handschuhen ist nicht angezeigt. Es gilt, die insbesondere während der Grippesaison üblichen Hygienemassnahmen konsequent einzuhalten: Regelmässiges, gründliches Händewaschen und in die Armbeuge oder in ein Papiernastuch husten», so Schlatter. Weil der Informationsbedarf sehr hoch sei, würden die Mitarbeitenden der Migros-Gruppe fortlaufend ein Lagebulletin erhalten, das die aktuellen Erkenntnisse und getroffenen Massnahmen zusammenfasst. Ebenfalls sei eine Hotline für Fragen eingerichtet worden.




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«Wir verfügen über einen Notfallplan. Wir beschäftigen uns intensiv mit der Thematik und überprüfen laufend den bestehenden Krisenplan für Pandemiefälle, um allfällige Anpassungen aufgrund der aktuellen Situation vorzunehmen», so Mediensprecher Bernd de Wall. Die Allianz-Gruppe habe weltweit auf die Entwicklungen reagiert und diverse Schritte zur Prävention und Verhinderung der Ausbreitung des Virus eingeleitet. Diese umfassen: Annullierung von Geschäftsreisen nach China; Private Reisen nach China und APAC müssen einem Verantwortlichen gemeldet werden; Personen, die privat oder geschäftlich aus China und APAC zurückkommen, sollen 14 Tage von Zuhause aus arbeiten, bevor sie ins Büro zurückkehren; Besucher, die vor weniger als 14 Tagen aus China und APAC eingereist sind, sollen nicht empfangen werden. «Für unsere Mitarbeitenden wurden in allen Nasszellen Händedesinfektionsspender installiert. Zudem weisen wir dort auch via Infoblätter auf die richtigen Hygienemassnahmen hin», so de Wall weiter. «Wir prüfen zurzeit die Installation von zusätzlichen Spendern in den öffentlichen Bereichen unserer Büros. Weiter haben wir entsprechendes Pandemiematerial geordert und werden dies vorrätig halten.»





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«Furrerhugi hat das Thema ohne Aufregung auf dem Radar», sagt CEO Andreas Hugi. «Wir empfehlen unseren Mitarbeitenden, noch stärker darauf zu achten, bei Grippesymptomen zu Hause zu bleiben und im Büro sowie bei Kunden die Hygieneempfehlungen des BAG zu beachten. Wir sind zudem technisch und organisatorisch bereit, im Falle einer Verschärfung der Situation, mehrheitlich auf Homeoffice umzustellen.»





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«Wir verfolgen die Ausbreitung des Corona-Virus aufmerksam, haben bisher aber noch keinen konkreten Notfallplan erstellt», sagt Nina Bieli, Agency Communication Managerin. Wenn Fragen von Seiten der Mitarbeitenden auftauchen, würde auf die offiziellen Informationen des Bundesamts für Gesundheit verwiesen. «Sollte sich der Virus in der Schweiz weiter ausbreiten, werden wir einen Notfallplan sowie Handlungsempfehlungen zur Verfügung stellen.» Neben weiteren Massnahmen prüfe Jung von Matt/Limmat konkret die Möglichkeit, Meetings via Videoschaltung abzuhalten, um zu viele Reisen zu vermeiden. «Umgesetzt haben bisher noch keine Massnahme.»





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«Unsere Priorität ist die Gesundheit und Sicherheit unserer Teams, deshalb haben wir vorsichtshalber unseren Global Marketing Summit im März wegen der sich entwickelnden Risiken für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit dem Coronavirus abgesagt», so ein Facebook-Unternehmenssprecher.



Den angefragten Firmen wurden folgende Fragen gestellt: Hat Ihr Unternehmen einen Notfallplan bereit? Geben Sie Empfehlungen an die Mitarbeitenden heraus? Haben Sie bereits konkrete Massnahmen umgesetzt?



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