05.11.2018

Katholisch Stadt Zürich

«Wir brauchen keine Luftschloss-Architekten»

«Wollten Sie früher mal Papst werden?» So beginnt das Stelleninserat, mit dem die Kirche eine Projektleitung aus der Kommunikationsbranche sucht. Der Kommunikationsbeauftragte, Oliver Kraaz, spricht über Kerzen am Bewerbungsgespräch und Humor in der Kirche.
Katholisch Stadt Zürich: «Wir brauchen keine Luftschloss-Architekten»
«Es sind immer die unkonventionellen Menschen gewesen, welche die Kirche erfrischend durchgeschüttelt haben», sagt Oliver Kraaz. (Bild: zVg.)

Herr Kraaz, warum gehen Sie mit einem solch unkonventionellen Inserat auf Stellensuche?
Die Kirche in der Stadt Zürich darf und kann anders sein. Wir suchen unkonventionelle Menschen mit ebensolchen Ideen. Es sind übrigens immer die unkonventionellen Menschen gewesen, welche die Kirche erfrischend durchgeschüttelt haben. Sogar die Heiligen, die heute alle kennen, waren in ihrem Leben alles andere als angepasste Geister. Die sorgten allesamt für gehörig Wirbel.

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Welche Berufe aus der Kommunikationsbranche sprechen Sie an?
Die aktuelle Tätigkeit ist ja nur eine Seite einer Person. Wir sind überzeugt, dass vor allem die Kreativität und die Innovation einer Person für grundlegend neue Ideen und Konzepte wichtig sind. Wenn eine Person ein Flair für das Themenfeld Spiritualität hat und in ihrer weiten Berufslaufbahn konkret Projekte umgesetzt hat, dann kann sie die richtige Person sein.

Innovation, Kreativität und Kirche – passt das zusammen?
Klar, wir brauchen keine Luftschloss-Architekten. Kirche und Glauben haben schlussendlich mit etwas ganz Bodenständigem zu tun: Mit der Frage, wonach wir im Leben suchen und wie wir das Leben danach gestalten.

Auf welchen Kanälen haben Sie das Inserat publiziert?
Wir haben es viral über die sozialen Medien und über Direktkontakte verbreitet, aber auch auf Ron Orp publiziert. Und natürlich auch auf den kircheninternen Portalen – wir haben schliesslich auch intern gute Leute.

«Wir sollten es auch sonst mehr mit Humor versuchen»

Sind bereits erste Bewerbungen bei Ihnen eingegangen?
Sie treffen jetzt allmählich ein. Wir sind ja eben erst gestartet. Es gibt auch Anrufe von Interessierten, die noch einige Infos brauchen. Wir freuen uns, spannende Leute kennenzulernen.

Wie gestalten Sie das Auswahlprozedere?
Wir erwarten, dass die Bewerbungen bereits Ausdruck der Philosophie der Bewerber sind. Daraus wird der Ausschuss eine Auswahl zusammenstellen und diese Personen einladen. Und dann werden wir ein Kerze anzünden und hoffen, dass die richtige Person dabei ist (schmunzelt).

Hatten Sie positive beziehungsweise negative Reaktionen auf Ihre Stellenanzeige?
Bisher nur positive. Eine Meldung war: «Humor in der Kirche? Finde ich super.» Das ist ein schönes Lob. Und legt nahe, dass wir es auch sonst mehr mit Humor versuchen sollten. Das Leben ist schon ernst genug.


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