Herr Geiser, was hat Sie veranlasst, die Unit «Farner Branding» zu gründen?
Als eine der führenden Agenturen der Schweiz wollen wir in allen Disziplinen mit den allerbesten Teams in der ersten Liga spielen. Wir sind in der Markenführung sehr breit aufgestellt, am vollständigsten im Bereich Brand Experience. Mit «Farner Branding» bieten wir neu die gesamte Wertschöpfungskette der Markenführung aus einer Hand und komplettieren das Angebot um kreative Markenentwicklung und die strategische Arbeit am Markenkern. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, die kompletteste Agentur der Schweiz zu sein. Nun sind wir noch kompletter.
Warum holen Sie dafür Markus Gut, Martin Fawer und Fabian Bertschinger?
Weil sie die besten Markenentwickler sind und dasselbe Markenverständnis teilen wie wir. Zudem sind es tolle Menschen, die Lust auf Zusammenarbeit machen. Mit Markus Gut verbindet mich zudem eine langjährige Freundschaft – wir können miteinander!
Nun sind alle drei von Process. Hätte man die Unit nicht mit eigenen Leuten machen können?
Wir wollten externes Know-how dazugewinnen. Dieses ergänzt die bestehenden Teams, die jetzt schon Markenerlebnisse gestalten und umsetzen. Damit signalisieren wir die Bedeutung strategisch entwickelter, starker Marken auch nach aussen. Branding macht man nicht «ein bisschen nebenbei», sondern mit der nötigen strategischen Tiefe, Umsicht und Sorgfalt in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden.
«Wir glauben an das Wachstumspotenzial von Markenführung in der ganzen Breite»
Was erhoffen Sie sich als CEO und Hauptaktionär von Farner von einer eigenen Brandingabteilung?
Nähe zwischen unseren Kunden und ihren Anspruchsgruppen über gute Marken herzustellen und auch im Team zu lernen und sich weiter zu entwickeln. In den letzten Jahren sind uns in der alltäglichen Kundenarbeit immer mehr Fragestellungen zu Markenthemen begegnet, und wir glauben an das Wachstumspotenzial von Markenführung in der ganzen Breite.
Wodurch unterscheidet sich diese von der Kreativabteilung, die Farner mit Philipp Skrabal aufgebaut hat?
Markus Gut, Martin Fawer und Fabian Bertschinger sind auf Markenentwicklung und Brand Story spezialisiert – auf Markenanalyse, Markenstrategie und -konzeption (CI/CD), Markenpositionierung und Digital Branding. In der Zusammenarbeit mit der von Philipp geführten Werbeagentur und mit allen anderen Teams pflegen wir Marken über alle Kanäle konsistent und erwecken sie zum Leben. Da wir Fragestellungen in der Konzeption und Beratung aber ohnehin multidisziplinär und aus verschiedenen Perspektiven angehen, gibt es in vielen Feldern Überschneidungen und ko-kreative Zusammenarbeit. Ausserdem teilen wir über alle Teams hinweg dieselbe Überzeugung: Marken sind heute «purpose first» und müssen so entwickelt werden, dass Vision, Zweck und Werte die Essenz einer Marke ausmachen und an allen Touchpoints erlebbar sind.
Glauben Sie, dass die Bedeutung von Branding bei den einzelnen Firmen zunehmen wird?
Die Marke und deren Führung werden in einer komplexeren Kommunikationswelt immer wichtiger. In Zeiten der Informationsflut und der fragmentierten Kanäle schaffen Marken Orientierung und erleichtern Kaufentscheidungen. Mit «Farner Branding» wollen wir unsere Kunden unterstützen, eine starke und authentische Marke zu gestalten und so ihren Zielgruppen näher zu sein.
Wird es in Zukunft innerhalb von Farner neue Synergien zwischen den einzelnen Abteilungen geben?
Wir haben keine Silos, sondern stellen die Projektteams je nach Aufgabenstellung multidisziplinär zusammen. So entstehen ganz natürlich immer wieder Synergien und neue Ideen. Das Employer-Branding-Angebot entstand beispielsweise in der Zusammenarbeit zwischen dem Werbeteam und dem Change-Team, oder unser Angebot im Bereich Bewegtbild verbindet Werbung mit der Digital-Marketing-Unit.
«Wir sind in den letzten Jahren laut und deutlich in der Marketingwelt angekommen»
Haben Sie bereits Kunden für die neue «Farner Branding»?
Wir unterstützen einzelne Kunden bereits in Branding und Rebranding und können dies dank der neuen spezialisierten Unit noch mehr und noch umfassender machen. Die Nachfrage nach Branding-Dienstleistungen nimmt bei uns zweifelsfrei zu. Historisch war Farner eine Corporate- und Public-Affairs-Agentur. Wir sind in den letzten Jahren aber laut und deutlich in der Marketingwelt angekommen. Somit wachsen die Bereiche Werbung, Digital Marketing und Brand Communications bei uns überdurchschnittlich. Mit «Farner Branding» gehen wir diesen Weg nun einfach konsequent weiter. Unsere historische Verankerung im «Content» hilft uns dabei.
Sie haben vor zwei Wochen bereits die Mehrheitsbeteiligung an der Digitalfirma Du Da bekanntgegeben. Was erhoffen Sie sich von diesem Expansionskurs?
Der Markt entwickelt sich sehr schnell, und wir prüfen regelmässig, welche Entwicklungen die strategische Kommunikation prägen, wie wir zusätzlichen Mehrwert für unsere Kunden schaffen können und welche Investitionen dafür nötig sind. Heute können wir selbstbewusst sagen, dass wir die kompletteste Agentur der Schweiz sind. Wir expandieren aber nie, um einfach grösser zu werden. Unser bestehendes Geschäft ist allein wachstumsfähig, was wir in den letzten Jahren bewiesen haben.
Planen Sie noch den weiteren Zukauf von Beteiligungen und Firmen?
Nun steht zuerst einmal der Ausbau unserer Branding-Unit und die Zusammenarbeit mit DU DA an. Wir prüfen aber neue Möglichkeiten immer. Die Prämissen dafür sind einfach: Zukäufe oder Beteiligungen müssen einen Mehrwert für Kunden bringen. Die Menschen hinter Firmen und Beteiligungen müssen passen und Lust auf Zusammenarbeit machen. Und die Dienstleistungen müssen einen strategischen Fit in unserem multidisziplinären Agenturmodell gewährleisten.
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27.06.2019 23:46 Uhr
27.06.2019 07:12 Uhr

