Dem Kölner Stadt-Anzeiger wurde von der PR-Agentur des Wirtschaftsministeriums die Schaltung von Anzeigen Angeboten. Als Gegenleistung sollte die Zeitung eine PR-Veranstaltungsreihe zur Mittelstandsförderung eine Woche redaktionell begleiten, wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet. Es gehe dabei um Beträge zwischen 30'000 und 40'000 Euro.
Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau (Die Linke) griff Bundeswirtschaftsminister Michael Glos scharf an. "Das ist der Versuch des Wirtschaftsministeriums, sich Berichterstattung zu kaufen. Damit würde Deutschland zu einer Bananenrepublik", sagte die Politikerin der FTD. "Von mir ist ein solches Vorgehen nicht gedeckt. Ich lasse den Vorgang prüfen", sagte der CSU-Politiker der FTD.
Die Agentur hat die Schuld auf sich genommen. Ein Mitinhaber der PR-Agentur, Jan Flaskamp, sagte, das Ministerium treffe keine Schuld: "Eine Koppelung von redaktioneller Berichterstattung und Anzeigen ist nicht beabsichtigt. Sie war auch nie gewünscht. Das war ein Fehler unserer Agentur und mit dem Wirtschaftsministerium nicht abgestimmt."
Für die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalisten Union (DJU), Ulrike Maerks-Franzen, ist es ehrenwert, dass die Agentur versuche, die Verantwortung zu übernehmen. Gegenüber der FTD geht sie aber davon aus, dass das Ministerium Bescheid wusste. Mit einer Überprüfung der Kampagne im Wirtschaftsausschuss des Bundestages soll nun mehr Licht in die Angelegenheit gebracht werden.

