TV-Kritik

Die besten TV-Frauen

Sie analysieren auf hohem Niveau, fragen und hinterfragen unbeirrt. Die Rede ist von erstklassigen News-Journalistinnen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Drei auf dem Gipfel stellen wir vor. Für jede von ihnen vier Sterne. Die besten Talkshow-Moderatorinnen werden wir bei einer anderen Gelegenheit präsentieren.

csm_schausten_ZDF Klaus Weddig

Bettina Schausten

Die Chefin des ZDF-Haupstadtstudios in Berlin ist beim Mainzer Sender DIE Expertin für deutsche Bundespolitik. Schausten (53) moderiert die sonntägliche Politsendung «Berlin direkt», Wahlsendungen, die Sommerinterviews – und springt auch mal für Talkerin Maybrit Illner ein, wenn diese wegen einer Grippe ausfällt. Die Journalistin (gilt als Konservative) ist hartnäckig, sie bringt es auf den Punkt und trifft meistens den Punkt.


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Tina Hassel

Als Amtskollegin von Bettina Schausten leitet Hassel die ARD-Redaktion in Berlin. «Alles, was mit Politik zu tun hat, ist Grundnahrungsmittel für mich», sagt die frühere USA- und Frankreich-Korrespondentin. Hassel (hatte auch in Bordeaux studiert) besitzt eine stark frankophile Einstellung. Der hartnäckigen Top-Journalistin wurde schon vorgeworfen, sie sympathisiere mit den Grünen. Ihr Motto: «Ich arbeite für die Zuschauer, die sich noch für Politik interessieren, und für jene, die wir vielleicht wieder dafür interessieren können.»


Anja Reschke

Anja Reschke

Meine Favoritin. Diese Frau spricht bei jeder Gelegenheit Klartext – und hat hintergründigen Humor. Reschke (45) zeigt «Haltung ohne Arroganz, Toleranz ohne Beliebigkeit und Stehvermögen ohne Sturheit». So die treffende Begründung der Jury, die der Moderatorin dieses Jahr den Hanns-Joachim Friedrichs-Preis zugesprochen hat. Reschke ist Innenpolitik-Chefin des NDR, das Gesicht des ARD-Reportagemagazins «Panorama». Häufig präsentiert sie auch das Medienmagazin «Zapp». Ein Vergnügen, dieser Frau zuzuhören.


SRF:Lukas Mäder

Susanne Wille

Deutschland hat über 82 Millionen Einwohner, die deutsche Schweiz rund acht Millionen. Darum ist SRF mit nur einer Moderatorin vertreten. Da sticht ganz klar Susanne Wille (44) heraus, die 2016 und 2017 vom Branchenmagazin «Schweizer Journalist» verdient zur «Polit-Journalistin des Jahres» gewählt worden war. Die «10vor10»-Moderatorin war in den vergangenen 17 Jahren unter anderem Bundeshaus-Korrespondentin, Reporterin, Moderatorin und Talkerin der «Rundschau» – und ist ein sicherer Wert bei National-, Ständerats- und Bundesratswahlen. Wie ihre deutschen Kolleginnen überzeugt sie mit hoher Kompetenz und starker Präsenz.


René Hildbrand
René Hildbrand ist Journalist, langjähriger Fernsehkritiker und Buchautor. Während 27 Jahren war er für «Blick» tätig, danach Chefredaktor von «TV-Star».

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KOMMENTARE

Siegrist Stefan
05.09.2018 20:02 Uhr
In der Tat: Susanne Wille ist wirklich die beste Moderatorin auf SRF. Und auch Andrea Vetsch macht einen guten Job. Beide wirken kompetent und haben Charme (wie übrigens Honegger auch). Ich finde, im Moment hat "10vor10" das beste Moderatoren-Team ever. Ansonsten kommt mir leider keine Frau mehr von SRF in den Sinn, die wirklich das Zeugs hätte, "10vor10" zu moderieren. Bei SRF-Börse oder Kulturplatz moderieren zwar auch Frauen, aber die können m.E. den "10vor10"-Moderatorinnen das Wasser nicht reichen (auch wenn beim Kulturplatz eine Ex-10v10-Frau moderiert). Frau Wille ist der Star unter den SRF-Anchor-Women!
Robert Stadler
05.09.2018 10:24 Uhr
"Die deutsche Schweiz hat rund 8 Millionen (Einwohner)"? Wirklich? Abzüglich der französischsprachigen Romands, der italienischsprachigen Tessiner und Südbündner, der Rätoromanen und der fremdsprachigen ausländischen EinwohnerInnen dürften es es höchstens 6 Millionen sein. Zudem gibt es meines Wissens keine "deutsche Schweiz" sondern höchstens eine deutschsprachige Deutschschweiz. Ein kleiner, aber nicht unwesentlicher Unterschied. Dies nur nebenbei.
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