TV-Kritik

Hoch-Ybrig wirbt mit totem Kurt Zurfluh

«Hoch-Ybrig, DAS Wintergebiet mit über 50 Kilometer traumhafte Pischte für Gross und Chlii, eme coole Park für Snowboarder und Skifahrer und drizää Restaurant für jede Gschmack.»

Diese fröhlich-symphatisch gesprochenen Sätze sind fast täglich in einem zweiteiligen Werbespot von und für Hoch-Ybrig auf den TV-Regionalsendern zu hören. Mit der unverkennbaren und unvergessenen Stimme von Kurt Zurfluh. Der beliebte Radio- und Fernsehmoderator verstarb im April 2017 im Alter von 67 Jahren auf einer Kuba-Reise an akutem Herzversagen und einer Lungenembolie (persoenlich.com berichtete).

Kurt Zurfluh war eng mit Hoch-Ybrig verbunden. Vor allem im Winter war er oft zum Skifahren dort. Er besass im Schwyzer Wintersport- und Wandergebiet eine kleine Ferienwohnung. Vor drei Jahren hatte er auf Tele 1 vier Sendungen über Hoch-Ybrig präsentiert. Mit prächtigen Landschaftsbildern aus dem Helikopter, Impressionen von den Pisten und Reportagen über das Eisfischen, die Skischule und den Pistendienst.

Werbung mit und Vermarktung von Verblichenen kennt man aus Amerika. Längst verstorbene Stars wie Marilyn Monroe, Elvis Presley, Michael Jackson oder Bob Marley haben Lizenzverwalter. Im Grossen wie im Kleinen: Es ist morbid, wenn mit Toten Werbung gemacht wird. 


René Hildbrand
René Hildbrand ist Journalist, langjähriger Fernsehkritiker und Buchautor. Während 27 Jahren war er für «Blick» tätig, danach Chefredaktor von «TV-Star».

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KOMMENTARE

Daniel Braun
19.02.2018 15:19 Uhr
Ich stosse mich weniger daran, wenn mit toten Fernsehstars geworben wird, als wenn lebende, noch im Sold der SRG stehende Fernseh-Grössen (versteckt oder offen) als Werbeträger auftreten.
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