BLOG

Ein neues altes Jahr

Pierre Rothschild

Viel kann das neue Jahr nicht bringen, wenn die grossen Medienunternehmen auf hohe Werbeerträge hoffen. Lockdowns werden den Kaufwillen der Konsumenten in aller Welt weiterhin verändern, die Unsicherheiten sind gross. Das Auf und Ab der Corona-Statistik haben wir in den letzten Wochen erlebt.

Kaufen kann man jetzt, wenn man Geld hat. Doch zu viele Verlage haben in den goldenen Jahren zu wenig gespart. Oder – um im Markt bestehen zu können – Hunderte von Millionen in neue Geschäftsfelder investiert. Kraftvoll und mutig ging in der Schweiz Ringier diesen Weg. Marc Walder sah die Zukunft früh.

Und auch dort, wo die Kasse noch voll ist, muss man feststellen: Die guten Kaufgelegenheiten sind enorm teuer. So hat Axel Springer im letzten Jahr – mit den Milliarden von KKR in New York im Hintergrund – eine gute Kaufgelegenheit nicht gefunden oder bekommen.

Ganz wenige in der Branche haben noch Kraft. Allen voran Bertelsmann. Thomas Rabe, Chef von Bertelsmann und der stille Mann in Gütersloh, konnte kaufen. Mit dem Erwerb des US-Verlages Simon & Schuster kaufte der Medienkonzern im November einen der erfolgreichsten Verlage der USA. Stephen King, John Irving, Hillary Clinton – sie sind Garanten für Millionenauflagen.

Für Simon & Schuster bot Rupert Murdoch mit, Bertelsmann hat ihn überboten. Mit Random House – schon lange im Besitz von Bertelsmann – baut man die Position im internationalen Buchmarkt aus.

Und der Preis? Fast zwei Milliarden Dollar. Und die Finanzierung? Die «Bertelsmänner» haben das Geld auf dem Konto.

Höchste Summen werden verlangt und auch bezahlt. So wird es bleiben.

Für die Verlagsmanager weltweit kein ideales Szenario, denn das Geld ist nicht immer vorhanden, um Mega-Deals zu machen. Und die kleinen Gelegenheiten haben zu oft keine Zukunft. Das neue Jahr wird das alte Jahr sein. Leider.

Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Kommentarfunktion wurde geschlossen

Die neuesten Blogs

Zum Seitenanfang20210127