BLOG

Erfolg braucht auch Erneuerung

Pierre Rothschild

Gute Fragen – und gute Antworten: das zeichnet das Gespräch in persoenlich.com mit Stefano Semeria aus, dem neuen Unterhaltungschef am Leutschenbach. Er kann von seinem umsichtigen und stets klugen Vorgänger Christoph Gebel viel übernehmen – und auf seine Ratschläge zählen. Gebel machte seine Arbeit aussergewöhnlich gut. Und er liess sich von den Medien nicht provozieren. Er lebte nach der immer guten Devise: Der Fotograf ist nie auf dem Bild.

Auch Stefano Semeria wird gut arbeiten können, wenn er mit vielen Medien auf Distanz ist. Denn in der Schweizer People-Szene, die nun einmal sehr klein ist, wird aus jeder personellen Veränderung eine grosse Schlagzeile gemacht. Aber gerade hier muss man frei sein – die vielen Berichte um Aeschbachers Abschied waren ja teilweise grotesk. Und auch nicht nötig. In der Schweiz hat sich, nach einer oftmals diktatur-artigen Konzessionspolitik des Bundesrates vor 30 Jahren, eine freie Medienszene entwickelt. Hier können Talkshows – wie etwa mit Aeschbacher – ohne Probleme produziert werden. Aber, seltsam, keiner kam bei den Privaten auf die Idee…

Wenn die Arbeit am Leutschenbach zielstrebig gemacht werden soll, dann ist auch eine Reife der Printmedien gefordert, die oft zu laut nahezu menschliche Dramen heraufbeschwört, wenn wieder ein TV-Gesicht verschwindet. Aber Tradition und Erneuerung ist die Formel für Erfolg. Und Erfolg wünsche ich Stefano Semeria von Herzen.



Pierre Rothschild ist freier Medienunternehmer in Zürich in den Bereichen Filmproduktion und Presse.

Unsere Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.

 

Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Die neuesten Blogs

18.02.2019 - Roger Schawinski

«Wir nehmen den Fall ernst»

Was den Fall Relotius, Tom Kummer und eine «gefakte» Kummer-Kolumne verbindet.

08.02.2019 - Pierre Rothschild

«Virus» müsste weg, nicht «Swiss Pop»

Ein Käufer von «Swiss Pop» würde schlagartig Reichweite verlieren. Die SRG soll anderswo sparen.

Zum Seitenanfang
persönlich Exemplar