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Meyers Demontage, Scholl retour und die Aufklärung eines Irrtums

Norbert Neininger

Frank A. Meyer sei “ein Journalist, mittlerweile pensioniert, der in Berlin lebt.” Dies sagt nicht ein Konkurrent des Ringier-Konzerns, sondern dessen neuer Chef, Christian Unger. Damit wird klar: im Hauser Ringier hat die Demontage des ehemaligen Chef-Journalisten begonnen. Weiterhin allerdings schreibt Meyer seine (heute doppelseitige) Kolumne und da teilt er wie so oft Zensuren aus. Wer jemanden als intelligent bezeichnet, der stellt sich damit aufs Podest derer, welche solche Fähigkeiten - dank eigener überragender Intelligenz - erkennen. Frank A. Meyer also schreibt über Marco Meyer, er sei "einer der intelligentesten Journalisten der Schweiz", um ihm dann vorzuwerfen, er verharmlose die Piusbruderschaft. Mit der ihm eigenen Geste des Grosskolumnisten holt er weit aus und untermalt seinen Kommentar mit mancherlei Fakten. Woher er die wohl hat? Nun, er hat diese Gert Langguth abgeschrieben. Und das gibt Meyer dann auch zu, doch in seinen Kreisen formuliert man dies anders. Langguths "Welt"-Artikel "liegt dieser Dokumentation zu Grunde", schreibt Meyer. Es ist der Sonntag der Geständnisse: Peter Scholl-Latour gibt "in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zu, dass er nie in der Fremdenlegion war. Und Vertreter des EJPD möchten gerne Guantanamo besuchen, um sich dort nach Häftlingen umzusehen, welche die Schweiz aufnehmen könnte. Nur: Es gibt gar kein entsprechendes Ersuchen der amerikanischen Regierung. Und dann wird noch (in der FAZ) ein Irrtum aufgeklärt: Der Voltaire zugeschriebene Satz (”Ich teile seine Meinung nicht aber ich werde mein Leben dafür opfern, dass er sie aussprechen kann”) stammt gar nicht von ihm sondern hat ihm eine Biographin zugeschrieben. Und wieder finden wir Boris Becker auf dem Titelbild des Magazins des "Sonntag Blicks". Und dort heisst es dann: "Vom lachenden Helden zur Witzfigur". Schade nur, dass die Schaffhauser Uhrenfirma IWC diesen Menschen als "Botschafter" in die Welt hinaus schickt. Schlagzeile des Tages: “Bonus malus est”. (FAZ).
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